Prozessbeginn : Hobbyboxer erneut wegen Tötung vor Gericht

Vor dem Landgericht Berlin hat der Revisionsprozess gegen einen früheren Hobbyboxer wegen der Tötung seiner Lebensgefährtin begonnen. Der 25-Jährige war 2005 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Berlin - Der gebürtige Libanese hatte im Oktober 2004 während eines Streits seine 22-jahrige Lebensgefährtin und Mutter seiner beiden Kinder gewürgt und anschließend in der Badewanne ertränkt.

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil aufgehoben, aber den Tathergang und den Tötungsvorsatz für rechtskräftig erklärt. Im Revisionsprozess soll neben der Schuldfähigkeit des Angeklagten auch geprüft werden, ob Umstände bei der Tat vorlagen, die für eine Verurteilung wegen Totschlags sprechen könnten.

Die Staatsanwaltschaft hatte im ersten Prozess auf Totschlag plädiert und 13 Jahre Haft beantragt. Die Verteidigung hatte sechseinhalb Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge gefordert. Die Berliner Richter war jedoch überzeugt, dass der Hobbyboxer von "Rücksichtslosigkeit und egoistischen Machtansprüchen getrieben" seine Lebensgefährtin tötete und damit aus "niedrigen Beweggründen" handelte.

Demnach hatte der Mann nicht gewollt, dass seine Lebensgefährtin ihre Cousine besucht. Um sie am Weggehen zu hindern, hatte er sich betrunken, was vom Gericht jedoch nicht strafmildernd gesehen wurde. Doch die 22-Jährige ließ sich nicht aufhalten. Als sie sich im Bad vorm Spiegel die Haare kämmte, würgte er sie und drückte sie so lange in die Badewanne bis sie ertrunken war.

Der Angeklagte hatte sich im ersten Prozess auf Erinnerungslücken berufen. Im Revisionsverfahren will er keine Angaben mehr machen. Das Verfahren wird am 13. Oktober fortgesetzt. (tso/ddp)

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