Prüfungsschummelei : 3000 Schüler demonstrieren gegen Wiederholung

Berliner Zehntklässler haben am Montag vor dem Roten Rathaus gegen die Wiederholung der Mathe-Prüfung zum Mittleren Schulabschluss demonstriert. Die Elternvertretung unterstützt den Protest: Eine einstweilige Verfügung gegen die Nachklausur soll am Montag beantragt werden.

BerlinBerliner Zehntklässler haben am Montag gegen die Wiederholung der zentralen Mathematikprüfung für den Mittleren Schulabschluss (MSA) protestiert. Nach Polizeiangaben waren etwa 3000 Schüler zu der Kundgebung vor das Rote Rathaus gekommen, um ihrem Unmut gegen die von der Bildungsverwaltung angeordnete Wiederholung der Prüfung Ausdruck zu verleihen. Sie skandierten unter anderem "Keine Wiederholung" und "MSA nicht noch mal". Außerdem flogen laut Augenzeugenberichten bei der emotional aufgeheizten Demonstration Eier und Wasserflaschen in Richtung von Polizeiwagen, es kam zu einzelnen Rangeleien. Die Polizei bestätigte lediglich den Wurf eines Eis, weitere Zwischenfälle habe es nicht gegeben.

Bei der zentralen Prüfung am Mittwoch vergangener Woche war festgestellt worden, dass Jugendliche an mehreren Schulen vorab in den Besitz der Aufgaben sowie Lösungen gekommen waren. Die Prüfung soll nun am 23. Juni wiederholt werden. Betroffen sind rund 28.000 Berliner Schüler an 346 Schulen. Zu den Betrugsvorwürfen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

Unterstützung erhalten die Schüler von den Eltern: Der Landeselternausschuss (LEA) von Berlin bereitet eine Klage gegen die Wiederholung der Prüfung vor. Noch am Montag soll eine einstweilige Verfügung beantragt werden, sagte der LEA-Vorsitzende André Schindler tagesspiegel.de, denn die pauschale Nachklausur sei "unverhältnismäßig". Der Landeselternausschuss lehnt eine Kollektivschuld ab und schlägt stattdessen dezentrale mündliche Nachprüfungen vor - ausschließlich für Schüler, bei denen sich die Prüfungsnote überraschend von der Jahresnote unterscheidet. Die Entscheidung solle an den jeweiligen Schulen getroffen werden. An einigen der betroffenen Schulen sei auch eine Regelung über eidesstattliche Erklärungen im Gespräch, so Schindler. (peg/ddp)

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