Prügel zum Geburtstag : Schulschlägern droht Verweis

Die Jugendlichen, die einen Mitschüler an seinem Geburtstag mit Schlägen traktiert haben, müssen innerhalb der nächsten drei Wochen an einem Antigewalttraining teilnehmen. Andernfalls müssen sie mit der Androhung eines Verweises durch die Schulbehörde rechnen.

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Schläge zum Geburtstag: Ein in Deutschland nicht unübliches Ritual. Foto: dpa
Schläge zum Geburtstag: Ein in Deutschland nicht unübliches Ritual.Foto: dpa

Es sei notwendig, konsequent zu reagieren, „damit klar wird, dass es sich um Körperverletzung handelt und nicht um normales Verhalten“, sagte auch Neuköllns Stadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport, Franziska Giffey (SPD). Für Wie im Tagesspiegel am Freitag berichtet, hatte ein Neuköllner Sekundarschüler vor zwei Wochen Prellungen an Gesicht und Armen davongetragen, als ihn Klassenkameraden verprügelten. Durch das Geschehen wurde das Phänomen der „Geburtstagsschläge“ erstmals einer größeren Öffentlichkeit in Berlin bekannt. Das Ritual gilt in der Regel als harmlos, sofern es nur bei einem leichten „Knuff“ bleibt. Mitunter artet es aber in Gewalt aus und richtet sich dann meist gegen jene, die „im Klassenverband als die Schwächeren gelten“, sagte Giffey. Um welche Schule es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt.

Im konkreten Fall habe es sich bei dem Opfer um einen der wenigen deutschstämmigen Schüler in der betreffenden Sekundarschule gehandelt, sagte sie auf Anfrage. Die Schule habe aber berichtet, dass das Ritual generell „ethnienunabhängig“ sei. Dies bestätigten auch Vertreter anderer Schulen. Es gehe eher um eine „Machtdemonstration“ der Stärkeren. Der niedersächsische Kriminologe Christian Pfeiffer führt das Ritual auf Neid zurück. Beobachter fühlten sich an Detlev Bucks Neukölln-Film „Knallhart“ erinnert, in dem ein 15-jähriger Junge aus Zehlendorf nach Neukölln umzieht und in seiner neuen Schule drangsaliert wird.

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