Berlin : Putin in Berlin: Ein Symbol für die gemeinsame Sache

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Schloss Bellevue, Kanzleramt, Bundestag, das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten, Rotes Rathaus, Neue Wache und schließlich wieder Schloss Bellevue: Weit herumkommen soll der russische Präsident Wladimir Putin bei seinem diesjährigen Berlin-Besuch nicht. Aber die kurzen Wege in der Mitte der Stadt ermöglichen ihm ein beispiellos dichtes Programm. Umrahmt ist es von Treffen mit den Gastgebern: Bundespräsident Johannes Rau und seine Frau Christina begrüßen Putin und seine Frau Ludmilla um 11.30 Uhr nach deren Ankunft in Tegel auf den Stufen von Schloss Bellevue und abends wieder zum Staatsbankett.

Besonders viel zu besprechen gibt es aber mit Bundeskanzler Schröder, den Putin als engsten Verbündeten im internationalen Kampf gegen den Terrorismus sieht. Die neue Allianz findet auch einen symbolischen Ausdruck: Nach Putins Rede im Bundestag wollen die beiden Staatsmänner am frühen Nachmittag gemeinsam einen Kranz am Ehrenmal für die im Kampf um Berlin gefallenen Soldaten der Roten Armee niederlegen - ein in der deutsch-russischen Geschichte einmaliger Vorgang. Bei Putins Besuch im Juni hatte es wegen Russlands Rolle im Tschetschenien-Konflikt eine kleine Missstimmung gegeben. Damals musste Putin seinen Kranz ganz alleine zum sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park tragen. Der Bundeskanzler wollte sich nicht vor den Vorläufern der in Tschetschenien kämpfenden Truppen verbeugen.

Ein traditionell lockeres Programm hat Ludmilla Putina in Berlin. In Begleitung von Christina Rau erlebt sie eine frühherbstliche Schiffsfahrt auf Spree und Landwehrkanal. Und dann zeigt die russische Präsidentengattin ihrer deutschen Kollegin ein Stück Moskau in Berlin: Im Russischen Haus an der Friedrichstraße sehen die beiden das Gastspiel einer Moskauer Kinder-Theaterschule und treffen Frauen aus Kultur und Wissenschaft, die sich mit Russland beschäftigen. Übernachten werden die Putins im Hotel Steigenberger. Ein Nachtmahl in der Zitadellen-Schänke sei bislang nicht angemeldet, heißt es aus Spandau.

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