Berlin : Pyramidenhaft

Werner van Bebber

versucht, die Ehre des ICC zu retten Über den eindrucksvollen Bauten des neuen Berlin darf man die architektonischen Leistungen der 70er und 80er Jahre nicht vergessen. Mit dem Steglitzer Kreisel und dem ICC sind Gebäude entstanden, deren Wirkung sich nicht im Ästhetischen erschöpft. Sie haben wie einst die Pyramiden in ihrer mathematischen Rätselhaftigkeit etwas Wunderbares. Im Kreisel, dieser eleganten Stahl-Glas-Asbest-Konstruktion im Südwesten, ist die Gleichung eingebaut, dass seine Befreiung vom Asbest doppelt so teuer ist wie der Abriss des ganzen Hauses. Nur Normalverbraucher wundern sich. Noch eigenartiger ist das ICC. Die Stadt hat eine halbe Milliarde Euro für ein zugegeben: schrilles Gebäude bezahlt, dessen Fläche zu 90 Prozent gebraucht wird, um zehn Prozent nutzen zu können. Jetzt suchen Wirtschaftsstrategen die Antwort auf die Frage, ob man 152 000 Quadratmeter am Rand der westlichen City zur Shopping-Mall machen soll. Auf jeden Fall – wenn man dort in großem Stil Berliner Luft verkauft.

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