Pyromusikale : Veranstalter stellen Zuschauer auf Geduldsprobe

Die Musik spielt, Zehntausende warten auf ein Feuerwerk - und nichts passiert. Die Pyromusikale auf dem Flughafen Tempelhof hat mit einer Panne begonnen: Die Veranstalter hatten nicht bedacht, dass es im Sommer länger hell ist. Es blieb nicht die einzige Panne.

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Feuerwerk mit Skyline - den Auftakt der Pyromusikale verfolgen Zehntausende. -Foto: ddp

BerlinFür manche Besucher war der eigentliche Star des Abends – das Feuerwerk – nur Nebensache. „Ich freue mich, dass wir mal wieder auf den Flughafen dürfen“, sagte eine junge Mutter, die mit ihrer Familie am Donnerstagabend über das Gelände schlenderte, das normalerweise für die Öffentlichkeit gesperrt ist.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit hatten sich einige zehntausend Zuschauer auf dem Flughafen sowie etliche Tausende Zaungäste außerhalb der Absperrungen versammelt, um einer Veranstaltung der Superlative beizuwohnen: Dem nach Veranstalterangaben „weltgrößten Festival der Musik-Feuerwerke“.

Am Anfang war es allerdings erstmal eine Geduldsprobe der Superlative. Viele Besucher harrten bereits seit Beginn des Musikprogramms um 17 Uhr aus. Um 21 Uhr, als laut Programm das Feuerwerk beginnen sollte, war es jedoch noch nicht dunkel genug, sodass es lange zwar klassische Musik von der Bühne zu hören aber kein Feuerwerk zu sehen gab. Wer nach 22 Uhr bei Ordnern nachfragte, bekam zu hören: Der Veranstalter habe spontan die bisherigen Pläne umgeworfen, das Feuerwerk sei frühestens ab 22.30 Uhr zu erwarten – also auch nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe.

Viele Zuschauer trugen es mit Fassung, machten es sich auf Stühlen oder Picknickdecken gemütlich und vertrieben sich die Wartezeit mit Bier und Würstchen oder dem Austausch von Erinnerungen an frühere Feuerwerke.

Einer der besonders beliebten Aussichtspunkte außerhalb des Flughafengeländes war ein kleiner Skaterpark am S-Bahnhof Tempelhof. Dort hatten sich Hunderte Neugierige auf Campingstühlen und Decken niedergelassen. „Das soll ja 600 Meter hoch sein – da haben wir von hier bestimmt einen genauso guten Blick wie die da drinnen“, sagte Markus Noack aus Rudow.

Unter den zahlenden Gästen waren so manche Anhänger des früheren Flughafens, die dem geschätzten Areal ein weiters Mal die Ehre erweisen wollten. Aber es gab auch etliche Zuschauer, die froh über die Schließung sind, sowie Jens Völker: „Endlich hat der Flughafen mal einen Sinn“, sagte der junge Mann. bsz/fet

Am heutigen Freitag und am Sonnabend beginnt die Pyromusikale um 16 Uhr mit Musikprogramm, die Startzeit des Feuerwerks ist unklar. Die Stadtautobahn ist während des Feuerwerks gesperrt. Karten unter www.pyromusikale.de

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