QUALITÄT VERSTEHEN : Wie die Tabelle die Klinikauswahl erleichtert

Warum stehen die besten Kliniken nicht oben?

Die Kliniken in der Tabelle sind alphabetisch geordnet. Eine Rangfolge der besten Krankenhäuser Berlins wäre sicher einfacher zu verstehen, sie wäre aber nicht richtig. Denn die eine, für die Bedürfnisse eines jeden Patienten beste Klinik gibt es nicht. Jeder Mensch zieht eigene Kriterien heran, wenn er wegen einer Erkrankung eine solche Entscheidung treffen muss. Die Tabelle bietet Ihnen viele Informationen, die Sie für diese Wahl nutzen können. Gewichten Sie diese selbst!

Was sagen die Patientenzahlen aus?

Das Team in Kliniken, das eine bestimmte Operation häufig vornimmt, entwickelt Routine und hat Erfahrung mit möglichen Komplikationen. Das kann die Heilung sichern oder lebensrettend sein. Außerdem weisen hohe Fallzahlen auf einen guten Ruf der Klinik hin. Wenn Sie aber fürchten, dass es in den „Großbetrieben“ zu hektisch und unpersönlich zugeht, sind die kleineren Zentren vielleicht besser geeignet oder eine Belegklinik, in der der niedergelassene Arzt selbst operiert. Werfen Sie einen Blick auf die Qualitätsdaten und Ärzteempfehlungen. Stellen Sie diese Ergebnisse zufrieden, spricht nichts gegen ein kleineres Haus.

Wie können Qualitätszahlen die Wahl erleichtern?

Die Daten in der Tabelle werden Sie vielleicht auf den ersten Blick verwirrend finden. Ein Zahlendickicht, über das so viele Rechenoperationen hinweggegangen sind, dass es irreal wirkt. Doch die reine Zahl für sich allein ist gar nicht so entscheidend und sagt auch nicht viel aus. Es geht um den Vergleich mit den Zahlen der anderen Krankenhäuser. Und unsere Berechnungen ermöglichen Ihnen genau das. Denn eigentlich kann man zum Beispiel eine Universitätsklinik, in der oft schwerstkranke Patienten behandelt werden, nicht einfach so neben ein kleines Haus stellen, in dem keine Notfälle behandelt und viele jüngere Menschen operiert werden. Doch mit den Daten in unserer Tabelle können Sie unbesorgt vergleichen, denn die Risikofaktoren sind schon berücksichtigt. Je niedriger die Qualitätszahl, desto besser. So einfach. Zusätzlich können Sie mithilfe der farbigen Punkte den Zahlenwert mit dem Berliner Durchschnitt vergleichen. Und auch dabei helfen Ihnen unsere Rechenoperationen. Denn dabei wurde auch der Einfluss des Zufalls auf das Qualitätsergebnis mitberücksichtigt. Zufall? Stellen Sie sich einmal folgende Frage: Was sagt es über die Qualität aus, wenn nach einer Operation 50 Prozent der Patienten verstorben sind. Verheerendes Ergebnis, werden Sie denken. Aber um das wirklich so bewerten zu können, benötigen Sie noch eine weitere Information. Auf wie viele Behandelte bezieht sich diese Zahl? Wenn von 1000 Patienten die Hälfte stirbt, dann geht in dem Krankenhaus gewaltig etwas schief. Aber wenn es nur zwei waren, von denen einer starb? Das könnte auch Zufall – oder besser Schicksal – gewesen sein, wofür die Klinik nicht verantwortlich ist. Aber auch darüber müssen Sie sich keine Gedanken machen. Das haben wir erledigt. „Grün“ gleich gut, „rot“ nicht ganz so gut – diese Ergebnisse lassen sich statistisch belastbar mit dem Berliner Durchschnitt in Relation setzen. Zählen Sie die farbigen Punkte in einer Zeile! Dies gibt schon mal einen guten Überblick, wohin die Qualitätsreise in einem Krankenhaus möglicherweise geht. Die genaue Bedeutung eines jeden dieser Langfrist-Indikatoren finden Sie in der Tabellenlegende.

Wobei helfen die Ärzteempfehlungen?

Hier geben wir Ihnen eine Information, die ein einzelner Mensch wegen des großen Aufwandes gar nicht selbst erheben könnte: eine Umfrage unter Hunderten Ärzten, welches Krankenhaus sie für die Behandlung empfehlen. Aber auch diese Zahl muss für Sie nicht relevant sein, einfach deshalb, weil Sie möglicherweise der Empfehlung nur eines einzigen Arztes vertrauen: Ihr Hausarzt, der Sie und Ihre Bedürfnisse schon seit vielen Jahren kennt. Ingo Bach

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