Berlin : Quartiersmanager rüsten Spielplätze auf

udo

Jedes der 15 Quartiersmanagement-Gebiete in Berlin erhielt dieses Jahr eine Million Mark vom Senat, den so genannten Quartiersfonds, um Projekte für einen attraktiveren Kiez zu fördern. Bewohner, lokale Initiativen und Vereine wurden dabei aufgefordert, Vorschläge zu machen und Anträge auf Förderung einzureichen. "Das war ein bundesweit einmaliges Modellprojekt", sagt Erika Hausotter vom Quartiersmanagment Boxhagener Platz. "Auf diese Weise unterstützen wir die Projekte, die den Bewohnern wichtig sind, die von den Politikern aber nicht gesehen werden." Die Hemmschwelle war niedrig; einseitige Briefe in Sütterlin-Schrift wurden genauso berücksichtigt wie professionelle 60-Seiten-Konzepte. 136 Anträge gingen beim Quartiersmanagement Boxhagener Platz ein; eine Jury aus 18 Anwohnern hat sie sich zwischen Mai und November angesehen und das Ergebnis jetzt vorgestellt.

Sie bewilligte 60 Anträge und lehnte 65 ab, elf Projekte wurden eingestellt. "Bei der Auswahl legten wir vor allem Wert auf Nachhaltigkeit", so Jurysprecherin Christine Kleinbeck. "Die Vorhaben müssen eine lange Wirkung haben und möglichst vielen Menschen von Nutzen sein." Aus diesem Grund wurden kommerzielle Anträge wie Unternehmensgründungen nur in Ausnahmefällen gefördert. Der Schwerpunkt liegt auf Kinder- und Familienprojekten. "Es ist wichtig, dass die Familien in der Innenstadt bleiben, dass Kitas gut ausgestattet sind und ansprechende Angebote an die Kinder machen", sagt Hausotter.

55 000 Mark erhält die Zille-Grundschule zur Neugestaltung des Schulhofs, die Kita in der Jungstraße bekommt über 40 000 Mark für Computerkurse, Kinderwagen-Stellplätze und Klettermöglichkeiten. Auf dem Spielplatz Boxhagener Platz wurden für rund 6000 Mark fünf neue Bänke aufgestellt. Überwiegend förderte die Jury kleinere Projekte bis 10 000 Mark. An der Spitze steht der Jugendklub "Skandal" in der Gryphiusstraße, dessen Fassade für 190 000 Mark instand gesetzt wird. Ein Drittel der Projekte ist bereits realisiert und abschlossen. "Die Umsetzung begann gleich mit der ersten Jurysitzung", sagt Kleinbeck.

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