Queen-Musical : Theater der Westen

Rockmusiker proben für ein neues Queen-Musical. Über 200 haben sich um einen Platz in der achtköpfigen Band beworben.

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Im Rocker-Look. Über 200 Musiker haben sich um einen Platz in der achtköpfigen Band beworben. Foto: Davids
Im Rocker-Look. Über 200 Musiker haben sich um einen Platz in der achtköpfigen Band beworben.Foto: Davids

„Dau, dau, dau“ begleitet Marc Tritschler die rhythmische Bewegungen seines Armes und rät den Musikern: „Ihr könnt die Akzente ruhig stärker setzen!“ Die Keyboarder und Gitarristen, die Männer am Bass, Schlagzeug und an der Percussion lauschen den Anweisungen des Music Supervisors mit konzentrierten Gesichtern. Schließlich geht es für sie um viel: Über 200 Musiker haben sich um einen Platz in der achtköpfigen Band für das neue Queen-Musical „We will rock you“, das am 21. Oktober im Theater des Westens Premiere hat, beworben. Nur 40 von ihnen nehmen an dieser Endrunde teil, die im legendären Planet Roc Studio im alten DDR-Rundfunkhaus in der Nalepastraße in Oberschöneweide stattfindet.

„Es ist vor allem wichtig, dass die Musiker gut miteinander kommunizieren“, erklärt Tritschler. Die Band soll im Musical über zwei Stunden hinter der Bühne spielen, bevor sie sich erst am Ende dem Publikum zeigt. Und das acht Mal die Woche. „Daher müssen sich alle unbedingt als Partner und nicht als Konkurrenten verstehen.“ Der 33-Jährige, der in Wedding lebt, war selbst fünf Jahre Keyboarder im Kölner Queen-Musical, wurde dann künstlerischer Leiter und ist nun für das Vorsprechen zuständig. Der ausgebildete klassische Pianist wird mit Brian May und Roger Taylor auch die Videobänder von der Endrunde sichten, auf deren Grundlage die beiden Gründungsmitglieder von Queen ihre abschließende Musikerwahl treffen werden.

Daher begleiten bei „One Vision“ und „Who wants to live forever“ drei Kameras jede Bewegung der Musiker. „Kein Problem, im Finale ist man nicht mehr so nervös“, sagt Gitarrist Pavel Gordeev aus Charlottenburg, der in drei Bands „von Metal bis Reggae alles“ spielt. Und sein Mitbewerber Greg Dinunzi ergänzt: „Alle Finalisten sind super. Jeder gibt sein Bestes, und was passiert, passiert“, so der 46-Jährige. Dinunzi weiß, wovon er spricht: Der US-Amerikaner und heutige Friedenauer hat 2003 bei „Cats“ seine jetzige Frau Anna Knaifel kennengelernt. An der Queen-Audition nimmt die gebürtige Russin ebenfalls teil – als Keyboarderin. „Für uns wäre es ein Traum, zusammen zu spielen“, sagt die 43-Jährige.

Das Erscheinungsbild der Bewerber ist nicht wichtig, da die Band die meiste Zeit quasi unsichtbar spielen wird. Dennoch sind viele Männer mit langen Haaren, einige Muskelshirts, Holzfällerhemden und Kopftücher zu entdecken – dass es sich bei dem Stück um ein Rock-Musical handelt, scheint vielen zu gefallen. „Kein Wunder, wir sind schließlich alle von Queen beeinflusst“, sagt Schlagzeuger Hannes Dullinger bei einer Pause im Vorraum und trommelt dann weiter in die Luft. „Das entspannt“, so der 33-jährige Kreuzberger. Denn etwas nervös sei er persönlich schon.

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