40. Auflage in Berlin : Motto für Christopher Street Day 2018 steht fest

Im nächsten Jahr findet der CSD in Berlin zum 40. Mal statt. "Mein Körper - meine Identität - mein Leben" wird der Leitspruch sein.

Ronja Straub
Beim CSD in Berlin gehen jährlich Hunderttausende für die Rechte von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender auf die Straße.
Beim CSD in Berlin gehen jährlich Hunderttausende für die Rechte von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender auf die Straße.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Der letzte Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist noch gar nicht lange her, und trotzdem steht schon das Motto für nächstes Jahr fest. Seine 40. Auflage wird der CSD unter dem Motto „Mein Körper – meine Identität – mein Leben“ feiern. Für dieses Motto entschied sich das Forum am Montagabend nach einer angeregten Diskussion in den Räumlichkeiten der Allgemeinen Homosexuellen Arbeitsgemeinschaft (AHA) in Schöneberg.

„Ich finde das Motto super, weil es sehr konkret und offen gleichzeitig ist“, sagt CSD-Vorständin Tatjana Meyer direkt nach der Abstimmung. „Wir können damit vielfältige Aspekte auszudrücken, wie zum Beispiel sexuelle Selbstbestimmung, Frauenrechte und selbstbestimmte Gesundheitsfürsorge.“

18 der 34 Stimmen gingen am Ende der Abstimmung an das neue Motto. Eine Idee einreichen konnte jeder. 48 Vorschläge waren beim Verein eingegangen – einige davon noch am Morgen der Abstimmung. Im Vergleich zum letzten Jahr, als 200 Vorschläge abgegeben wurden, waren das deutlich weniger. „Da die Abstimmung dieses Mal sehr früh stattfand, fiel es den Leuten schwer, sich jetzt schon auf ein Motto festzulegen, für das sie in neun Monaten auf die Straße gehen“, sagt Meyer. Der Grund für das frühe Datum sei die 40. Ausgabe im nächsten Jahr, auf die man sich gut vorbereiten möchte.

Der CSD - eine Demo für die Menschenrechte

„Für mich ist das Jubiläum eine gute Gelegenheit, sich klarzumachen, was man bisher erreicht hat und dennoch nicht nachzulassen“, sagt Vorständin Meyer. Alternative Vorschläge für die Parade im nächsten Jahr waren: „40 Mal CSD – Bunte Zukunft an der Spree“, „Mit Vielfalt in die Zukunft anstatt mit Einfalt in die Vergangenheit“ oder „Mensch ist Mensch – weltweit“. Die Ehe für alle spielte dieses Jahr bei den Motto-Vorschlägen keine Rolle mehr. „Dafür müssen wir ja zum Glück nicht mehr demonstrieren“, sagt Meyer. Und weiter: „Dennoch ist damit noch lange nicht alles erreicht.“

2017 lautete das Motto „Mehr von uns – jede Stimme gegen Rechts". Damit wollte sich der CSD unter anderem gegen das rechte Rollback wenden. Der erste Christopher Street Day in Berlin fand im Sommer 1979 statt. Vor 40 Jahren war die Teilnehmerzahl mit rund 400 Demonstranten noch deutlich niedriger als in den letzten Jahren, als Hunderttausende beim CSD mitliefen.

Nicht verändert hat sich allerdings die Motivation der Demonstranten: In Berlin, wie auch weltweit, gehen sie für die Rechte von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender auf die Straße. Geschminkt und in bunten Kostümen ziehen sie zu Fuß und auf Wägen durch die Stadt, verkünden ihre Statements, tanzen und feiern gemeinsam. So werden am 28. Juli nächsten Jahres wieder Hunderttausende durch die Straßen der Hauptstadt pilgern.

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