Berlin-Moabit : Mann attackiert schwulen Jugendlichen

Ein Mann hat am Sonntag in Moabit einen 16-Jährigen wegen seiner sexuellen Identität angegriffen. Am Tag zuvor wurde bereits ein 39-jähriger Schwuler verletzt.

Hasan Gökkaya
Foto: dpa/Patrick Pleul

Ein unbekannter Mann hat am Sonntagnachmittag in Moabit einen Jugendlichen wegen seiner sexuellen Orientierung attackiert. Eine Zeugin hatte den Vorfall beobachtet und die Polizei alarmiert. Bereits am Tag zuvor wurde ein Schwuler von drei Personen in der Straßenbahn angegriffen.

Eine 58-jährige Frau beobachtete gegen 14.15 Uhr, wie ein Mann auf der Straße Alt-Moabit ein Werbeschild auf einen 16-Jährigen warf. Der Jugendliche wurde am Rücken getroffen und klagte im Anschluss über Schmerzen. Als der Mann ihn erneut attackieren wollte, sollen Passanten den Täter aufgehalten haben.

Als die Zeugin den Mann zur Rede stellte, soll er angegeben haben, den Jugendlichen wegen seiner sexuellen Orientierung angegriffen zu haben. Der 16-Jährige soll ihm vorher bestätigt haben, schwul zu sein.

Der Angreifer fuhr nach dem Vorfall mit einem Audi vom Tatort weg. Alarmierte Polizisten konnten das Auto nicht mehr verfolgen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Am Tag zuvor wurde ein 39-Jähriger beschimpft und geschlagen

Es war nicht der erste Fall dieser Art am vergangenen Wochenende: Am Sonnabendmorgen wurde ein homosexueller 39-Jähriger in Gesundbrunnen in einer Straßenbahnlinie von zwei Männern und einer Frau erst beschimpft und dann geschlagen. Das Opfer gab an, vorher von dem Trio gefragt worden zu sein, ob er schwul sei. Als er dies bejahte, bekam er einen Schlag ins Gesicht. Zudem schlug einer der Männer ihm eine Flasche auf den Kopf. Die Angreifer stiegen am U-Bahnhof Bernauer Straße aus der Tram und flüchteten.

Die Polizei hat im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres insgesamt 49 Delikte gegenüber Personen wegen ihrer sexuellen Orientierung erfasst. In 15 Fällen kam es zu gewaltvollen Angriffen. Im Jahr 2015 erstatten insgesamt 47 Personen Anzeige bei der Polizei, weil sie wegen ihrer Sexualität beleidigt oder geschlagen worden sind. Die meisten Übergriffe in dem Jahr gab es im Bezirk Mitte.

Lesen Sie hier ein Interview mit den beiden Berliner Staatsanwälten, die homo- und transphobe Attacken verfolgen.

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