Filiale in Berlin-Schöneberg : Lesbisch-schwule Webseiten bei Ikea in Berlin blockiert

Der Internet-Dienstleister für Ikea blockierte lesbisch-schwule Webseiten. Nun sind sie im Möbelhaus wieder frei.

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Bei Ikea wurden schule und lesbische Internetseiten im W-Lan blockiert. Foto: David Ebener/dpa
Bei Ikea wurden schule und lesbische Internetseiten im W-Lan blockiert.Foto: David Ebener/dpa

Ein schwuler Vater bemerkte Ende Oktober die Blockade. Er wollte bei einem Shopping-Päuschen in der Schöneberger Ikea-Filiale kurz mal auf der Website des Lesben- und Schwulenverbandes die nächsten Picknick- und Spieltermine für Regenbogenfamilien checken – doch nichts erschien auf dem Bildschirm. Die Seite war gesperrt. Offenbar hatte der Provider des kostenlosen W-Lan Hotspots – also der Internet-Dienstleister für Ikea – im schwedischen Möbelhaus die Seite aus Jugendschutzgründen gesperrt.

Und nicht nur diese. Als der Vater gleich testweise etliche andere seriöse Websites schwul-lesbischer Organisationen anklickte, blieb das Display gleichfalls weiß. Kurz darauf protestierte der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg bei Ikea gegen die digitale Diskriminierung. Aber erst seit dem gestrigen Mittwoch sind die blockierten Seiten im Bereich des Ikea-Hotspots entsperrt.

Bereits Ende September gab es den gleichen Ärger, wie berichtet, bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Auch die W-Lan-Netzwerke in BVG-Bahnen und Bahnhöfen ließen zahlreiche schwul-lesbische Seiten nicht zu. Auf Berichte über Homophobie, Coming-Out und viele andere schwul-lesbische Themen konnte man nicht zugreifen. Ein Jugendschutzfilter des Providers, der zwischen seriösen und tatsächlich jugendgefährdenden Seiten offensichtlich nicht unterscheiden konnte, hatte sie blockiert. Die BVG reagierte auf die Proteste rasch: Binnen 24 Stunden waren die Seiten entsperrt.

Bei Ikea dauerte es knapp eineinhalb Wochen, bis die geblockten Seiten wieder freigeschaltet waren. Man habe den Provider umgehend angewiesen, den Jugendschutzfilter zu überprüfen, sagte Ikea-Sprecher Sven Kleuter auf Anfrage. Aber die Freigabe der seriösen Seiten sei nicht schneller zu schaffen gewesen. „Es liegt uns mehr als fern, diese zu blockieren.“

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