Glosse : Was tun, wenn die CDU "ja" zur Ehe für alle sagt?

Jetzt wird es absolut ernst: In der Berliner CDU geht die Befragung zur Ehe für alle zu Ende. Was tun, wenn das Ganze mit einem Jawort endet? Wir haben ein paar ultimative Tipps für die Homo-Hochzeit.

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Es ist angerichtet. Wenn die CDU ihr Jawort gibt, kann man ja schon mal die Hochzeitstorte ordern.
Es ist angerichtet. Wenn die CDU ihr Jawort gibt, kann man ja schon mal die Hochzeitstorte ordern.Foto: Britta Pedersen/dpa

Die Abstimmung der Berliner CDU-Mitglieder über die Ehe für alle geht zu Ende - nun geht es ans Auszählen. Wir sind natürlich optimistisch, dass sich eine klare Mehrheit aus den sieben Antwortoptionen für „Ich stimme voll und ganz zu“ entscheidet und gleichgeschlechtliche Paare in Berlin zügig zur Trauung schreiten können. Und weil so eine Hochzeitsfeier gut geplant sein will, verraten wir hier ein paar exklusive Locations für die perfekte, stilechte und unvergessliche Homo-Hochzeit:

Lesben lieben Outdoor – darum werden sie den schönsten Tag im Leben in der Jungfernheide erleben wollen, im Waldhochseilgarten. Gesichert mit rauen Gurten und robusten Karabinerhaken kann Jane ihrer Jane romantisch von Baum zu Baum hinterherschwingen. Kosten: 13 bis 22 Euro, bei Regen leider geschlossen.

Bunt durch Berlin
"Gay is good" - "Schwul/lesbisch ist gut". Darauf können sich alle Teilnehmer am Christopher Street Day 2015 uneingeschränkt einigen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 35Foto: AFP
27.06.2015 13:22"Gay is good" - "Schwul/lesbisch ist gut". Darauf können sich alle Teilnehmer am Christopher Street Day 2015 uneingeschränkt...

Bier und Bewegung – die perfekte Kombination für die lesbischen Gästinnen einer Frauen-Hochzeit. Also mal fix zwei, drei Bierbikes gemietet und los geht die queere Abfahrt in einen neuen Lebensabschnitt. Bis zu 16 Personen haben Platz auf einem solchen Gefährt. Die sportlichen Ambitionen der Ladys sollten an diesem Tag allerdings ein bisschen gebremst werden – die Höchstgeschwindigkeit liegt bei sechs Stundenkilometern.

Die Rubberszene muss jetzt ganz stark sein. Nach dem Brand im Reifenwerk in Schmöckwitz vor einigen Jahren steht leider kein authentischer Ort im Südosten mehr zur Verfügung, wo hochzeitstechnisch so richtig Gummi gegeben werden kann. Obendrein hat das Land Berlin das Areal gekauft und will es nun renaturieren (aufgepasst, liebe Lesben!). Vielleicht reicht ja auch ein Bad in tausenden Gummi-Entchen, wie es am vorigen Wochenende in Frankfurt (Oder) veranstaltet wurde. Also: den nächsten Termin schon mal vormerken.

Für Glitter- und Flitterfans dürfte demnächst Groß Glienicke hart an der Grenze zu Kladow eine erste Adresse werden. Im örtlichen Villenpark, einem Neubauviertel, will der berühmteste Doppel-ö-Designer ein Domizil nach seinem Geschmack errichten. 5200 Quadrameter brandenburgischer Scholle gehören Harald Glööckler und seinem Lebensgefährten dort bereits. Anwohner sprechen scherzhaft schon mal von Groß Glöönicke.

Die Siegessäule ist natürlich der Klassiker unter den Heiratsorten, da als genderverbindend anerkannt und dazu auch noch so hübsch glitzer-glööcklerisch. Und Heteros glauben sowieso, dass das Ding ein Homosexueller designt hat.

Zuletzt der Tipp für alle, die im Dunkeln gern schunkeln. Die Cabrio-U-Bahn der BVG ist das beste Vehikel, um Darkroom-Feeling aufkommen zu lassen, ohne die Verwandtschaft aus Leipzig-Plagwitz und Stuttgart-Degerloch zu verschrecken. Bei der Fahrt in den offenen Wägelchen durch die Tunnel ist großes Hallo garantiert. Nur den Kumpels aus der Schöneberger Industrial-Szene sollte rechtzeitig Bescheid gesagt werden, dass das Verteilen der Helme nicht aus Fetisch-Aspekten erfolgt, sondern allein aus Gründen der Sicherheit.

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