Rot, Gay, Grün : Idee für homosexuelle Ampelfiguren in Berlin

Schwule und lesbische Ampelpärchen regeln seit einigen Tagen in Wien den Verkehr. Damit auch beim CSD in Berlin die gleichgeschlechtlichen Ampelfiguren zum Einsatz kommen, hat die Ampelmann GmbH schon mal Vorschläge entworfen – und hofft auf Befürworter im Senat. Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Markus Heckhausen.

Jana Scholz
Hand in Hand in Rot. Diese Damen sagen: Hier bitte warten!
Hand in Hand in Rot. Diese Damen sagen: Hier bitte warten!Foto: Ampelmann GmbH

Die Ampelfrauen erhielten in Berlin letztes Jahr eine Absage – auch, weil dem Senat Rock und Zopf der weiblichen Ampelfigur zu klischeehaft waren. Warum sollte es den homosexuellen Ampelpärchen besser ergehen?
Man muss die Sache ja nicht stur angehen und fordern, dass die Hälfte der Berliner Ampeln mit den Ampelpärchen ausgestattet wird. Bei den Ampelfrauen standen dadurch hohe Kosten im Raum. Nach dem Wiener Vorbild könnte man die Ampelpärchen stattdessen mit ganz geringem Aufwand nur an ausgewählten Kreuzungen installieren.

Welches Signal wollen Sie damit setzen?
Wir wollen für Offenheit gegenüber verschiedenen Pärchen werben – schwulen, lesbischen, transsexuellen und heterosexuellen. Deswegen hoffen wir, dass unsere Entwürfe jemanden im Senat auf den Geschmack bringen. Berlin sollte sich von Wien und München nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Schließlich ist Berlin bekannt für seine Offenheit in Sachen Homosexualität.

"Berlin sollte sich von Wien und München nicht die Butter vom Brot nehmen lassen."
"Berlin sollte sich von Wien und München nicht die Butter vom Brot nehmen lassen."Foto: Ampelmann GmbH

In Wien sind die Ampelpärchen bereits im Einsatz, in Salzburg sollen sie kommen und München plant sie für den CSD. Berlin als tolerante Metropole sollte doch eigentlich Vorreiter sein?
Es ist sehr schade, dass Wien, Salzburg und München schneller waren. Die Aktion in Wien ging um die ganze Welt, das ist eine Wahnsinns-Werbung für die Stadt. So eine Werbung wäre doch auch für Berlin wünschenswert. Und immerhin hätten wir in Berlin mit unseren gleichgeschlechtlichen Ost-Ampelmännchen unsere eigenen Ampelpärchen.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass der Senat sein Okay gibt? Und was würde das kosten?
Wenn das in Bayern geht, wüsste ich nicht, warum die Aktion in Berlin nicht möglich sein sollte. Da nur das Glas gewechselt werden müsste und nicht die ganze Ampel, rechne ich mit wenigen Tausend Euro.

Sollen die gleichgeschlechtlichen Ampelmännchen also am Christopher Street Day am 27. Juni erleuchten?
Es ist erstmal ein schöner Gag für den CSD. Wenn sie aber gut ankommt, warum sollte die Aktion nicht darüber hinaus bestehen bleiben? Ich könnte mir die Ampelpärchen gut am Ku’damm vorstellen, wo der CSD entlanglaufen wird, oder Unter den Linden. Und wenn die Fußgänger diese Ampeln dann mehr beachten, ist das doch auch ein positiver Effekt für den Verkehr.

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