Quelle : Mitarbeiter gut und billig

1000 Arbeitsplätze hat Karstadt-Quelle in Kreuzberg geschaffen. Der Konzern hat die früheren Werkshallen des Firma DeTeWe zu einem der modernsten Callcenter Deutschlands umgebaut. Ein schönes Beispiel für den Strukturwandel: Industriearbeiter räumen ihren Platz für Dienstleister. Wo früher Telefone zusammengeschraubt wurden, wird nun zum Hörer gegriffen und verkauft. Karstadt-Quelle hatte schon zuvor gute Erfahrungen in Berlin gesammelt, in Friedrichshain. Die 270 Mitarbeiter dieses Callcenters zogen mit nach Kreuzberg. Das Besondere dort: Eine Immobilie mitten in der Stadt, mit genug Platz für „alle Mitarbeiter auf einer einzigen Ebene“, so Konzernsprecher Manfred Gawlers. Er bescheinigt Berlin ein „enormes Potenzial an Arbeitskräften“. Und das sorgt für Löhne um fünf Euro. Berlin als Niedriglohnland – deshalb boomt die Branche: Über 170 Callcenter gibt es mit 12 000 Mitarbeitern.

Hinzu kommt ein neuer Trend: der Aufbau von „Shared Service-Center“. BASF macht es vor: Der Chemieriese will von Berlin aus Lohnabrechnungen und Rechnungswesen von 80 Standorten abwickeln. Bei der Besetzung der 150 Stellen werden ausländische Berliner bevorzugt: Zweisprachigkeit ist Einstellungsvoraussetzung, weil die BASF-Standorte über Europa verteilt sind.

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