Berlin : Querdenkender Kreisvorsitzender Andreas Matthae ist zurückgetreten

Gru

Wegen Querelen mit seinen Stellvertretern ist der Kreuzberger SPD-Kreisvorsitzende Andreas Matthae zurückgetreten. Der 31-Jährige sprach von "so starken Vertrauensbrüchen, dass keine produktive Arbeit mehr möglich war". Diese hätten bereits mit der Verhinderung seiner Wahlkreisnominierung für das Parlament begonnen. In Parteikreisen heißt es, seitdem sei Matthae nicht sehr aktiv gewesen. Zuletzt haben die Stellvertreter laut Matthae mit ihrem Rücktritt und einem Abwahlantrag gegen ihn gedroht. Er gehört zur SPD-Gruppe der "Jungen Wilden", die nach der Wahl am 10. Oktober die Wahlkampforganisation der Parteispitze kritisiert und eine "inhaltliche und personelle Erneuerung" gefordert hatten. Kreuzberger Genossen kritisierten ihrerseits den Wahlkampf auf Bezirksebene und warfen Matthae ungenügende Vorbereitung auf die Fusion der Kreisverbände Kreuzberg und Friedrichshain im Rahmen der Bezirksreform vor. Keine Rolle habe der Streit um den Regierungskurs gespielt. Matthae war auf Oppositionskurs, für den die Kreisdelegierten mit 19 gegen 15 Stimmen votiert hatten. Als möglicher Nachfolger gilt Stefan Zackenfels (32), der vorübergehend durch seine Aktion für einen Mitgliederentscheid über die Koalitionsfrage von sich reden machte.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar