Berlin : Radikal modern

Werner van Bebber

sieht der personalfreien BVG gefasst entgegen Die BVG dürfte bis vor kurzem die umweltfreundlichste Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Senats gewesen sein: ein Riesenunternehmen mit recht gut bezahlten Angestellten und netten betriebseigenen Erholungsheimen. Die Beförderung von Fahrgästen war ein betriebspolitisch erwünschter Nebeneffekt, der zu günstigen Preisen und auf stilvolle Weise geboten wurde. Niemand personifiziert die Berliner Verkehrspolitik in ihren besten Zeiten so monumental wie ein mittelalter Mann mit Bäuchlein, Pferdeschwanz und blauer Jacke, der auf dem Bahnhof Dahlem-Dorf seine Erfüllung darin fand, ultimativ das „Zurückbleiben!“ zu verlangen. Vorbei. Solche Leute wollen die BVG-Manager nun dringend loswerden. Die Tendenz im Denken geht dahin, hohe Abfindungen zu zahlen, damit in ein paar Jahren von jetzt 13000 Leuten nur noch die Manager übrig sind. Die haben Dienstwagen und sind auf die BVG nicht angewiesen. Der fahrerlose Zug, zwischen Innsbrucker und Nollendorfplatz erprobt, wird sich netzweit durchsetzen. Im Busbetrieb werden notorische BVG-Nutzer irgendwann selbst Hand anlegen müssen: Talententfaltung auf dem Arbeitsweg.

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