Berlin : Rätsel um Baby-Keime noch ungelöst

Marco Zschieck

Potsdam - Im Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ gehen die Tests weiter, um der Quelle der gefährlichen Darmkeime in der eigentlich sterilen Frühchenstation auf die Spur zu kommen. „Nach dem Übertragungsweg wird weiter gesucht“, teilte das Klinikum am Mittwoch mit. Neue Erkenntnisse über die Ursache haben die Laboruntersuchungen jedoch nicht ergeben.

Bisher ist nur klar, dass die vor etwa drei Wochen auf der Haut von frühgeborenen Babys entdeckten Darmkeime zum selben Subtyp des Keims Enterobacter- cloacae gehören. Deshalb wird davon ausgegangen, dass auch die Quelle der Keimbesiedlung identisch ist. Wie die Keime in die eigentlich keimfreien Inkubatoren von acht Frühgeborenen gelangen konnten, kann die Klinik weiterhin nicht erklären. Somit gibt es Ähnlichkeiten zum jüngsten Serratienbefall in der Berliner Charité. Dabei handelte es sich um eine andere Art von Darmkeimen. In beiden Fällen jedoch nicht um resistente Erreger. Auch in der Charité ist nach wie vor unklar, wie die Keime in die Frühchenstation gelangen konnten, auch dort liegen Kinder deshalb weiter unter Quarantäne.

Nach Angaben des Potsdamer Klinikums wurden keine neuen Keime auf der Frühchenstation gefunden. Regelmäßig werden Abstriche gemacht. Um die Ausbreitung von Keimen zu verhindern, sind die betroffenen Frühchen in einem Isolationsraum auf der Station untergebracht. Als weitere Maßnahme gibt es am Inkubator jedes Frühchens einen speziellen Kittel, den Besucher und Pflegekräfte überziehen müssen und der nur dort verwendet wird. Die sechs verbliebenen Frühchen, deren Haut mit Darmkeimen besiedelt ist, sind wohlauf. Keines habe eine Infektion, so das Klinikum. Zwei weitere Kinder, die befallen waren, konnten bereits entlassen werden. Die Keime waren am 25. Oktober bei einer Routinekontrolle festgestellt worden. Zwei Frühchen waren zwischenzeitlich erkrankt, die Ursache dafür waren jedoch nicht die gefundenen Keime. Marco Zschieck

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