Berlin : Rätsel um Tod der Achtjährigen bleiben

Tatverdächtige Mutter schweigt noch immer. Neuer Freund der Frau wurde jetzt als Zeuge vernommen

Jörn Hasselmann

Noch hat Amanis Mutter keinen Antrag bei der Justiz gestellt, um an der Beerdigung ihres Kindes teilnehmen zu können. Zur Bestattung freigegeben ist die Leiche des achtjährigen Kindes seit Montag. Möglich wäre eine von Justizangestellten begleitete und gesicherte Ausführung der tatverdächtigen Mutter zur Trauerfeier, sagte ein Justizsprecher. Nach Angaben von Amanis Tante gibt es aber noch keinen Termin für die Beerdigung.

Amani ist nach Informationen der RBB-„Abendschau“ nach einem tiefen Schnitt am Hals verblutet und an einer Luftembolie gestorben. Das gehe aus dem Obduktionsbericht hervor, hieß es am Donnerstagabend. Die Staatsanwaltschaft wollte dies nicht bestätigen. Details würden nicht bekannt gegeben, hieß es.

Wie berichtet, soll die 32 Jahre alte Teshua K. am Sonnabend vergangener Woche ihre Tochter, ihr einziges Kind, in einem Wilmersdorfer Park ermordet haben. Wie die Tat geschah, darüber gibt es weiterhin keine Angaben – Zeugen des Geschehens haben sich nicht gemeldet und die Tatverdächtige schweigt. Sie hat sich bislang auch nicht über einen Rechtsanwalt zu Wort gemeldet. Rund 50 Hinweise aus der Bevölkerung sind zwar bis gestern eingegangen, ein Augenzeuge hat sich aber bislang nicht gefunden.

Wie berichtet, war das achtjährige Mädchen am Sonnabendfrüh mit seinem Kinderfahrrad zu Hause – einem Wohnheim des Bezirksamtes – losgefahren. Um 10.30 Uhr war sie blutüberströmt auf einer Parkbank in einer Grünanlage in Schmargendorf von einer Spaziergängerin gefunden worden. Weder das Fahrrad noch die Tatwaffe sind bisher gefunden worden.

Nachdem Teshua K. auch am Montag vor dem Haftrichter geschwiegen hatte, wurde auf weitere Vernehmungen verzichtet. Klar ist den Ermittlern mittlerweile allerdings, dass sich Teshua K. am Wochenende in Hamburg aufgehalten hat. „Wir wissen jedoch nicht, was sie dort gemacht hat“, sagte ein Justizsprecher. Eine Boulevardzeitung hatte berichtet, dass der neue Freund der Tatverdächtigen dort lebe. Wie es bei der Justiz hieß, wohnt dieser jedoch in Berlin. Am Mittwoch wurde er von Beamten der Mordkommission befragt – als Zeuge, nicht als Verdächtiger. Wie es hieß, habe er mit der Tat nichts zu tun.

Über mögliche Motive der Mutter rätseln die Ermittler weiterhin. Wie berichtet, war die Frau nach der Tat verschwunden. Identifiziert wurde die Leiche erst am Sonntagmorgen, nachdem sich Amanis Vater, der sich vor zwei Jahren von seiner Frau getrennt hatte, bei der Polizei gemeldet hatte. Erst am Sonntagabend, 36 Stunden nach der Tat, wurde sie in der Nähe des Wohnheims festgenommen. Am Montag wurde Haftbefehl wegen Mordes aus Heimtücke erlassen. Nach Kripoangaben sprechen die „Gesamtumstände“ für die Täterschaft der 32-Jährigen, zudem gebe es „objektive Spuren“, die das beweisen.

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