Berlin : Räuber schlug Rentnerin brutal nieder Täter erbeutete Handtasche des Opfers

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Um an das Geld zu kommen, agierte der Täter ganz besonders hinterlistig und brutal: Als die 74-jährige Frau am Dienstag vor ihrer Haustür in der Max-Lingner-Straße in Pankow stand und in ihrer Handtasche nach den Türschlüsseln suchte, schlich der Mann von hinten heran und schlug ihr mit einem harten Gegenstand gegen den Kopf. Die Rentnerin fiel zu Boden. Der Täter, der als etwa 35 Jahre alt beschrieben wird, ergriff die braune Tasche des Opfers und rannte dann in eine Fußgänger-Passage in Richtung Berliner Straße. Die alte Frau wurde wegen ihrer Kopfverletzung mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

„Diese Vorgehensweise ist besonders brutal“, sagt Jens-Oliver Heuer von der Zentralstelle für Prävention beim Landeskriminalamt. Er vermutet, dass der Räuber die Frau schon länger beobachtet hat, um sie dann in einem günstigen Moment niederzuschlagen. Die klassische Vorgehensweise sei eine andere: Der Täter entreißt dem Opfer blitzschnell die Tasche und kalkuliert ein, dass es stürzt und erstmal am Boden liegen bleibt. Den Handtaschenräubern gehe es fast immer „um den schnellen Euro, die schnelle Beute“. Ein älterer, gebrechlicher Mensch sei für den Täter damit das perfekte Opfer.

Die Zahl der Handtaschenraube blieb in den vergangenen Jahren nahezu konstant. Rund 4700 solcher Taten im Jahr 2004 weist die Kriminalstatistik auf – 145 Fälle weniger als im Vorjahr. In der Regel seien die Täter Jugendliche, Heranwachsende. Gerade sie, die oftmals „falschrum sozialisiert sind“, wie Heuer es ausdrückt, zeigten wenig Reue, wenn sie nach einer Tat gefasst werden. Mitgefühl für das Opfer, die alte Dame, die oft selbst nicht viel Rente hat, komme da nur selten vor. „Es geht ihnen um das Geld. Sie wollen damit ihren Lebensstandard aufrechterhalten“, sagt Heuer. tabu

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