Berlin : Räuber verletzt Säugling bei Überfall am Kopf

Bei einem versuchten Raubüberfall auf eine junge Mutter ist am Dienstag in Spandau ein Neugeborenes verletzt worden. Die 20-jährige Mutter war gegen 19.20 Uhr mit ihrem sieben Tage alten Sohn in der Zeppelinstraße unterwegs. Plötzlich kam ein Unbekannter von hinten auf sie zu und riss den Kinderwagen zu Boden. Der Säugling fiel aus dem Wagen und erlitt dabei eine leichte Kopfverletzung. Anschließend flüchtete der Täter aber ohne Beute. Die Mutter und das Kind wurden in einem Krankenhaus aufgenommen. Erst am vorigen Sonntag war eine Mutter, die mit ihrem Säugling und ihrer vier Jahre alten Tochter in Neukölln unterwegs war, von einem Mann mit einem Messer bedroht und ausgeraubt worden.

Eine Spur zu den Tätern in beiden Fällen gibt es bislang nicht. Dass Räuber nicht einmal davor zurückschreckten, Mütter mit ihren Säuglingen zu überfallen und dabei in Kauf nehmen, dass die schutzlosen Babys verletzt werden, erschüttert auch einen erfahrenen Beamten. Glücklicherweise kämen diese Fälle seiner Ansicht nach bislang auch nicht sehr häufig vor. Sollten die Täter gefasst werden und vor Gericht stehen, so gebe es zwar keinen speziellen Tatbestand, der besonders Wehrlose – nämlich Babys – als Opfer beinhaltet. Allerdings gibt es laut einer Gerichtssprecherin den „Strafzumessungsgesichtspunkt“, den ein Richter in solchen Fällen in die Höhe der Strafe einfließen lässt. Wenn ein Räuber mit einem Messer droht, wird das mit mindestens fünf Jahren Haft bestraft. Ein versuchter Raub mit einer Körperverletzung kann mit einem Jahr oder darunter bestraft werden – oder eben höher, weil ein wehrloses Baby verletzt wurde. tabu

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