• Rainhard Fendrich tritt im Wintergarten auf mit Songs aus seiner neuen CD "Besser wird's nicht": Ein Wiener unter den Brücken von Berlin

Rainhard Fendrich tritt im Wintergarten auf mit Songs aus seiner neuen CD "Besser wird's nicht" : Ein Wiener unter den Brücken von Berlin

Elisabeth Binder

Hat er da etwa eine Berlinerin vor Augen gehabt in dem Lied, in dem es darum geht, wie man sich einen Mann „schön shoppen“ kann. „Nein“, sagt Songwriter Rainhard Fendrich. „Das passt mehr nach Düsseldorf.“ Geld ausgeben kann man in Berlin inzwischen freilich mindestens so gut, aber Fendrich kennt die Stadt schließlich schon seit dreißig Jahren, ist über zwanzig Mal hier aufgetreten, und abgesehen von den Konzertsälen sind es nicht die Shopping-Zentren, die ihn anziehen. Der Musiker mit dem Sternzeichen Fisch ist nach wie vor fasziniert davon, dass Berlin mehr Brücken hat als Venedig, und die schaut er sich am liebsten von unten an, also vom Wasser aus. Auch in Kreuzberg ist er gern, weil es so ganz anders ist als seine Heimatstadt Wien, „mehr wie Istanbul“, auf jeden Fall aufregend und sehr großstädtisch.
Wenn der 59-Jährige am Dienstag abend um 20 Uhr im Wintergarten Varieté auftritt, stellt er Lieder von seiner neuen CD „Besser wird’s nicht“ vor. Sein alter Song „Frühling in Berlin“ steht erstmals nicht auf dem Programm. Den hat er zwei Jahre vor dem Mauerfall geschrieben. In den 80er Jahren war er als Österreicher, der sich nicht mit kritischen politischen Liedern hervortat, ein gern gesehener Gast auch im Palast der Republik, trat außerdem in „Ein Kessel Buntes“ auf. Der Grundstein zu seiner Karriere wurde allerdings im Westteil der Stadt gelegt, und zwar am Theater des Westens. Dessen früherer Künstlerischer Leiter Helmut Baumann sei sein Mentor gewesen, erzählt Fendrich. Ihm habe er seine allererste Rolle zu verdanken gehabt: „Der hat mich erfunden.“
Er arbeitete allerdings nicht nur als Schauspieler und Sänger, sondern später auch als TV-Moderator und Musical-Autor. Bekannt wurde er durch Songs wie „Strada del sole“ und „Midlife Crisis“. Beobachtungen im täglichen Leben, die er schnell zu Papier bringt oder inzwischen auch im Laptop speichert, sind die Basis vieler seiner Songs. Da befasst er sich zum Beispiel mit dem Zustand „Wenn Männer verletzt sind“, mit dem Club der Milliardäre und den Doku-Soaps. An die Hochzeit des Austropop erinnern mundartlich geschriebene Lieder wie „Zwa Schlapf’n und a Sonnenbrü’n“. Darin heißt es: „Die Eitelkeit der Glemmerwöt,/ hat mi scho lang verlassen“. Bühne muss aber immer noch sein, diesmal „ganz intim nur mit Gitarren- und Klavierbegleitung“. Karten gibt es noch ab 39,90 Euro, auch zum Selberdrucken über www.wintergarten-berlin, de.“ Da muss man, wie der Mann aus „Schön Shoppen“, nur „smart die Kredit-card zücken“.

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