Berlin : Raketenstart ins neue Jahr

Damit Silvester ein Knaller wird: Wo sich das Feiern lohnt. Und wo es jetzt noch Karten gibt

Sebastian Leber

Für Thomas Siegler ist Silvester kein Zuckerschlecken. Schon bis 22 Uhr hat er 80 Mal den Becher gehoben. Und ist immerhin halb so oft über den Tigerkopf gestolpert. „Ein Glück, dass in den Bechern nur Wasser drin ist, sonst würde ich noch vor Mitternacht das Bewusstsein verlieren.“ Thomas Siegler spielt den Butler im Silvester-Klassiker „Dinner for One“, den Berliner seit fünf Jahren nicht nur im Fernsehen, sondern auch in der Brotfabrik in Weißensee erleben können. Wegen der großen Nachfrage wird das Stück am Sonnabend gleich fünf Mal aufgeführt. Ob Siegler danach noch privat auf eine Party geht, weiß er nicht. Das hängt wohl auch davon ab, wie sehr seine Füße schmerzen – schließlich muss er in Vertretung von Admiral von Schneider ständig auf der Bühne die Hacken zusammenschlagen.

Zum Glück kann man sich in Berlin auch kurzfristig entscheiden, wo man ins neue Jahr feiern will. Obwohl manche Galas und Shows bereits seit Wochen ausverkauft sind, ist das Angebot an edlen Büfetts und wilden Partys immer noch groß genug: Das Hilton-Hotel feiert dieses Jahr unter dem Motto „Moulin Rouge“, also mit französischen Cancan-Tänzerinnen und Chansons. „Nur die Windmühle lassen wir weg“, sagt Veranstalterin Janina Kronshage. Abgedreht geht es diesmal im E-Werk in der Wilhelmstraße zu. Bei „The World’s Maximum Celebration“ wird Silvester gleich achtmal hintereinander gefeiert – für acht verschiedene Zeitzonen von Moskau bis New York. Außerdem gibt es um 21 Uhr eine Modenschau des Berliner Designer-Duos Unrath & Strano. Und vom Dach des E-Werks hat man eine 360-Grad-Sicht über Berlin. Von da aus kann man um Mitternacht auch das Feuerwerk im Tiergarten bestaunen, das eigentlich für Besucher der Partymeile zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor gedacht ist. Hier stehen wie in den Vorjahren Bühnen und Diskozelte, als Showacts sind unter anderem Loona und die Hot Banditoz eingeplant. Wer keine Lust hat, sich Silvester die Beine in den Bauch zu stehen, der kann es sich auch gemütlich machen, sagt Jana Weiz vom Spandauer Wellnesszentrum Centrovital. Dort wird am Sonnabend unter dem Motto „Besinnlich sinnlich“ gefeiert. Mit Saunaaufgüssen, Kräuterdüften und Whirlpool. Außerdem gibt es ein Silvesterbüfett und Sekt, und durch das Glasdach kann man das Feuerwerk sehen, ohne aus dem Schwimmbecken steigen zu müssen. „Natürlich spielen wir auch Musik. Aber nur im Hintergrund und vor allem ohne DJ-Terror“, sagt Jana Weiz.

Wer es genauso warm haben möchte, aber gleichzeitig noch tanzen will, sollte die Lichtenberger Sporthalle „Beachzone“ aufsuchen. Hier wird zu karibischen Temperaturen und Reggae-Musik im Sand getanzt. Die Cocktails kann man unter echten Palmen im Liegestuhl schlürfen, verspricht Beachzone-Betreiber Jörg Bohn. Und genau wie bei den klassischen Silvester-Partys gibt es auch hier einen Dresscode: „Badelatschen, das Wichtigste sind Badelatschen.“

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