Berlin : Ran an den Spargel

Unterwegs zu den Feldern von Beelitz.

Ria Weber
Die Beelitzer Spargelkönigin Michaela Kranepuhl beim Saison-Start. Es war noch etwas frisch. Foto: dpa Foto: ZB
Die Beelitzer Spargelkönigin Michaela Kranepuhl beim Saison-Start. Es war noch etwas frisch. Foto: dpaFoto: ZB

Jetzt erst recht! Denn lange ließ das begehrte Saisongemüse in diesem Jahr auf sich warten. Auch wenn die Spargelsaison offiziell bereits am 18. April in Beelitz feierlich eröffnet wurde – die Ernte verlief aufgrund der kalten Witterungsverhältnisse doch recht schleppend. Aber jetzt, aber jetzt! Mit den steigenden Temperaturen fühlt sich der Spargel so richtig wohl in der Erde. Seit Anfang Mai sind die Spargelbauern zufrieden. Ein Grund mehr, sie zu besuchen.

„Wir haben ja nur diese drei Monate und die können wir nicht nach hinten ziehen. Johanni ist definitiv Schluss“, sagt Carmen Runge vom Jakobs Spargelhof in Beelitz. Am Johannestag, das ist der 24. Juni, wird die Ernte eingestellt. Sonst können die Pflanzen nicht genügend Kraft für die kommende Saison schöpfen. Wer sich den hiesigen Spargel noch nicht zu Munde geführt hat, sollte dies flugs nachholen. Die Zeit der Spargelfreuden ist kurz! Warum nicht einmal in der freien Zeit an Pfingsten den Spargel dort besuchen, wo er herkommt? Zum Beispiel aus dem brandenburgischen Beelitz hinter Potsdam, zirka 45 Autominuten von Berlin entfernt. Hier liegt das bekannte Beelitzer Spargel-Anbaugebiet, in dem alles um das Königsgemüse und die Umgebung des Landkreises Potsdam-Mittelmark entdeckt werden kann.  Eine Spargel-Entdeckungstour ist sehr zu empfehlen – zum Beispiel auf dem sechs Kilometer langen Spargellehrpfad. Er beginnt an der Bockwindmühle in Beelitz. Hier erzählt ein echter Müller die Geschichte des Getreidemalens. Entlang der umliegenden Spargelfelder und Wiesen geht es dann Richtung Osten auf die Rundstrecke. Bebilderte Informationstafeln geben Hinweise zum Anbau des Spargels, auch die hier vorhandene Tier- und Pflanzenwelt ist ausgeschildert. Nach zwischenzeitlicher Rast oder Brotzeit im Grünen gelangt man nach Schlunkendorf mit seinem Spargelmuseum. Der Weg von dort führt durch den Wald zurück nach Beelitz auf den Jakobshof, wo eingekehrt und feldfrischer Spargel gekauft werden kann. Wer den Versuch wagen möchte, den Spargel einmal selbst zu stechen, fährt in das benachbarte Klaistow zu Buschmann & Winkelmann, wo nach vorheriger Anmeldung im Spargel-Seminar mit dem Bulli raus auf das Feld gefahren wird. Mit Stechmesser, Kelle, Körbchen und Wagen geht es dann an die ganz eigene Ernte. Hierfür ist Fingerspitzengefühl gefragt. Denn das schräge Einstechen des zirka 45 Zentimeter langen Stechmessers in die Erden und das anschließende Abschneiden des Triebes ist gar nicht so einfach, wenn der Spargel nicht beschädigt werden soll. Auch Spargel-Sortieren, Spargel-Wettschälen und ein 3-Gänge-Menü gehören zu dem Seminar. Der selbst gestochene Spargel aber wird bestimmt besonders schmecken: zu Hause auf dem Teller. Ria Weber

Weitere Informationen unter

www.jakobs-spargel.de

www.buschmann-winkelmann.de

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