Berlin : Rasende Russen

Beim Eisspeedway dominieren die Fahrer aus der Kälte

Steffen Hudemann

Im Eisstadion Wilmersdorf geht es gemächlich zu. Schüler und Rentner drehen Runden, aus Lautsprechern dröhnen ältere Pop-Hits. Am kommenden Wochenende ändert sich das. Am Samstag ab 17 Uhr und Sonntag ab 14 Uhr wird hier das WM-Finale im Eisspeedway ausgetragen. Männer, die sich „Gladiatoren“ nennen, werden Methanol in die Tanks ihrer Motorräder füllen und mit 130 Kilometern in der Stunde über die Bahn rasen. Metallspikes an den Reifen verhindern, dass sie aus den Kurven rutschen.

Eisspeedway wurde vor 80 Jahren in Russland erfunden. Noch immer dominieren Fahrer aus Ufa, Sacharow und Kamensk-Uralskij. Allein der Bayer Günther Bauer konnte im vergangenen Jahr mithalten und wurde Vizeweltmeister. Diesmal liegt der 32-Jährige nach zwei Rennwochenenden in Russland nur auf Platz acht der WM-Serie, vor ihm sieben Russen. „Die Rennen in Russland sind ein Abenteuer“, sagt Bauer. Bei Temperaturen bis zu minus 35 Grad hatte er keine Chance. Zudem seien die russischen Fahrer Profis. „Die trainieren das schon von klein auf“, sagt der Deutsche. Bauer verdient sein Geld anders: als Greenkeeper auf einem Golfplatz.

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