Rassistischer Angriff in Berliner U-Bahn : Mann beinahe getötet – „aus Frust“

Im Mai hatten vier Jugendliche zwei junge Mongolen erst am Alexanderplatz beleidigt, dann einen davon am U-Bahnhof Klosterstraße niedergestochen. Nun stehen sie vor Gericht.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Mit Pöbeleien am Alexanderplatz fing es an und endete mit einem beinahe tödlich Verletzten auf den Gleisen am U-Bahnhof Klosterstraße. Nach dem brutalen Angriff auf zwei mongolische Passanten vor sechs Monaten stehen nun vier 16- bis 21-Jährige vor Gericht – zwei von ihnen wegen versuchten Mordes. Zu den Hauptangeklagten zählt der Jüngste. Er erklärte zu Beginn des Prozesses: „Ich suchte Streit, ich habe viel rumgepöbelt, der Frust saß tief – den Rest hat der Alkohol gemacht.“

Die Mongolen, 24 und 25 Jahre alt, waren in der Nacht zum 9. Mai zunächst rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt. „Scheiß Chinesen“ soll der 16-Jährige – wie die Mehrzahl aus seiner Gruppe mit arabischer Herkunft – gebrüllt haben. In einem Zug pöbelte er weiter. Am Bahnhof Klosterstraße hätten alle Angeklagten die Opfer aus der Bahn geschubst und attackiert. Die Angegriffen wehrten sich verzweifelt. Einer aus der Gruppe ging zu Boden. Aus „Wut und Rache“ soll der 21-jährige Khaled M. ein Messer gezogen und es dem 25-jährigen Ganbaatar B. in den Bauch gerammt haben. Schließlich habe der 16-Jährige den lebensgefährlich Verletzten auf die Gleise gestoßen.

Der jüngste Angeklagte erklärte, sie hätten auf dem Alexanderplatz Mädchen anmachen wollen, seien aber abgeblitzt. Da sei er „aggro“ geworden. Alle vier Angeklagten haben Aussagen angekündigt. Sie werden durch Aufnahmen von Überwachungskameras belastet. K.G.

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