Berlin : Rasterfahndung: Studenten rügen Uni für Datenherausgabe

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Die Studierendenvertretung (AStA) der Freien Universität Berlin (FU) hat die "vorschnelle Beteiligung" der Uni an der vor drei Wochen in Berlin eingeleiteten Rasterfahndung verurteilt. Auf Anfrage des Landeskriminalamtes (LKA) habe die FU "als einzige unter den Universitäten alle Datensätze der Studierenden aus arabischen Ländern herausgegeben, ohne den Gerichtsbeschluss zur Zulässigkeit dieser Anfrage abzuwarten", heißt es in einer am Montag verbreiteten Erklärung.

Die FU hat nach Aussage einer Sprecherin etwa 400 Namen weitergegeben. Insgesamt hat das Berliner Landeskriminalamt bislang die Daten von etwa 900 muslimischen Studenten aus 15 Ländern erhalten.

Technische Universität und Humboldt-Universität hatten zunächst den Berliner Datenschutzbeauftragten eingeschaltet, auf dessen Intervention erst der für die Maßnahme erforderliche richterliche Beschluss erstellt und vorgelegt worden war.

Bislang gebe es von Seiten der Universität keinerlei Hilfe für die betroffenen Studenten, kritisierte der AStA weiter. Er habe daher die Einrichtung einer Beratungs-Hotline angeregt. Seit den Terroranschlägen in den USA bekämen ausländische Studierende "zunehmend Ablehnung und Aggressivität von ihren Kommilitonen zu spüren". Etwa zehn Prozent der 43 000 an der FU Eingeschriebenen sind Ausländer.

Bei einer Rasterfahndung wird versucht, einen Täterkreis anhand bestimmter Merkmale einzukreisen, um aus einer größeren Gruppe von Menschen diejenigen herauszufiltern, die als Beteiligte einer bestimmten Straftat in Betracht kommen.

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