Berlin : Rat der Bürgermeister fordert Senat auf, Problemkinderbetreuung zu finanzieren

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Der Rat der Bürgermeister hat auf seiner gestrigen Sitzung eine Aufforderung an den Senat verabschiedet, die Regelfinanzierung der Berliner Schulstationen ab dem Haushaltsjahr 2000 sicher zu stellen. Die Rathaus-Chefs bezeichneten die Einrichtungen, in denen Problemkinder betreut werden, als "unverzichtbaren Bestandteil der Berliner Schullandschaft". Das wertvolle pädagogische Konzept müsse fortgeführt und weiter entwickelt werden.

In ihrer Koalitionsvereinbarung haben sich CDU und SPD ebenfalls für die Erhaltung der Schulstationen ausgesprochen. Ungeachtet dessen werden zum Beispiel in Spandau zum 1. Januar fünf der acht Schulstationen geschlossen. Die bezirkliche "Interessengemeinschaft für Bildung - gegen Kürzungswahn" sprach von einem "bildungspolitischen Schildbürgerstreich".

Wie berichtet, konnten Bezirksamt und BVV nur die Mittel zum Weiterbetrieb von drei Schulstationen bereitstellen. Auch hier müssen die Jungen und Mädchen mit regelmäßigen personellen Veränderungen rechnen. Da es sich um AB-Maßnahmen handelt, sind die Mitarbeiter in der Regel gezwungen, nach einem Jahr ausscheiden, betonte Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU).

Die Verantwortung für die finanzielle Absicherung der Schulstationen werde zwischen Bezirken und Senatsverwaltungen hin und her geschoben, kritisierte Richard Nirschl von der Interessengemeinschaft. Statt der gesetzlich vorgeschriebenen zehn Prozent des Jugendhilfe-Etats würden von den Bezirken nur durchschnittlich 7,6 Prozent in Kinder- und Jugendarbeit investiert.

"Während in der Öffentlichkeit das zunehmende Aggressionspotential schon in der Grundschule mit wachsender Besorgnis registriert wird, streicht die Politik die Prävention zusammen", bedauerte Nirschl. Schulstationen seien Anlaufstellen gerade auch für schwierige Kinder und hätten sich trotz ungünstiger Rahmenbedingungen als effizientes Mittel zum Aggressionsabbau erwiesen.

Spandaus Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) forderte eine realistische Anzahl von Schulstationen für alle Bezirke. Ideal wäre deren Einrichtung an allen Bildungsstätten. Bewährt habe sich das Spandauer Konzept einer schulbezogenen Sozialarbeit unter Einbeziehung des Jugendamtes. Es sollte nach Ansicht des Kommunalpolitikers als Modell für alle Bezirke herangezogen werden.

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