Berlin : Rathaus weiß-blau

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Heuer hieß der Ochs am Spieß „Blasi“, war 436 Kilogramm schwer und ein echter Niederbayer. „Blasi“ muss ein gutes, gesundes Leben gehabt haben: Auf dem Teller schmeckte er – wohl proportioniert – den rund 2000 geladenen Gästen im weißblauen Löwenbräu-Zelt vor dem Roten Rathaus am Dienstagabend sehr gut. Bayerns Bundesminister Reinhold Bocklet (CSU) begrüßte zur Eröffnung des Münchner Oktoberfestes in Berlin „alle herzlich und niemand einzeln“. Obwohl das Zelt zur „wahlkampffreien Zone“ erklärt wurde, merkte man freilich, dass in Bayern bald gewählt wird. Ministerpräsident Edmund Stoiber ließ sich entschuldigen: Er war Wähler werben in Kempten. Das freute Bayerns SPD-Fraktionschef und -Spitzenkandidaten Franz Maget, der in Berlin mehr Punkte machte als in seiner Heimat. Viele Bundesgenossen machten dem chancenlosen Stoiber-Herausforderer ihre Aufwartung: Familienministerin Renate Schmidt, Fraktionschef Franz Müntefering und Innenminister Otto Schily, der sich, politisch nicht ganz korrekt, vom Herrn Bocklet ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Schatzi für Dich“ überreichen ließ. Von der Union ließen sich die CDU- und CSU-Generalsekretäre Laurenz Meyer und Thomas Goppel sehen. Die Liberalen schickten ihren Fraktionschef Wolfgang Gerhardt. Und die Berliner Landespolitik war in allen Farben vertreten. Das Adelsgeschlecht vertraten Prinz Poldi aus Bayern und Hohenzollern-Chef Georg Friedrich Prinz von Preußen.

Bis zum Sonntag ist das Oktoberfestzelt jetzt für alle täglich von 11 bis 22.30 Uhr geöffnet. sib /Foto: Eventpress Herrmann

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