Berlin : Ratte war eine Ente

Aufregung um Giftfunde in Lidl-Supermärkten.

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In Filialen der Supermarktkette „Lidl“ am Busbetriebshof in Spandau und am Innsbrucker Platz in Schöneberg soll Rattengift ausgelegt worden sein. Dieser Vorwurf wurde am Donnerstagabend in der ARD-Sendung „Kontraste“ erhoben. Mitarbeiter berichteten in dem vom RBB produzierten Magazin, dass sie beim Umräumen der Regale das Gift entdeckt hätten, in Form von teilweise bereits zu Staub zerfallenen Pellets – auch auf der Verkaufsfläche. Weder Gesundheitsamt noch Kunden wurden laut „Kontraste“ informiert.

Eine ernsthafte Gefahr für Kunden und Mitarbeiter? So sieht es das ARD-Magazin. Viel Lärm um nichts, sagt hingegen Daniel Krämer, der Vorsitzende des Berliner Schädlingsbekämpfungsvereins. „Man müsste das Zeug kiloweise essen, damit es einem schadet“, sagt Krämer. Seine Firma betreut Supermarktketten bei der Schädlingsbekämpfung. Zwar zählt Lidl nicht dazu, Krämer verfügt aber nach eigenen Angaben über nähere Informationen zum Fall. Danach sei das Gift nicht, wie in „Kontraste“ behauptet, zur Bekämpfung von Ratten, sondern von Mäusen verwendet worden. Damit wäre nach Krämers Worten der Vorwurf entkräftet, den Schädlingsbefall nicht beim Gesundheitsamt angezeigt zu haben. Ratten müssen zwar seit 2011 gemeldet werden, Mäuse hingegen nicht.

„Das wird sich alles in den nächsten Wochen aufklären“, sagt Krämer. Weder Lidl noch der zuständigen Firma könne man einen Vorwurf machen. Ohnehin müsse das in den beiden Berliner Filialen gefundene Mittel laut Krämer noch von der Vorgängerfirma stammen, da das derzeit für Lidl zuständige Unternehmen die Sorte Gift nicht führe.

Also alles halb so wild? Die Lidl-Kunden scheinen die Vorwürfe sowieso nicht zu stören, am Freitagmittag herrscht in der Filiale am Innsbrucker Platz reger Betrieb. „Ich habe von den Vorwürfen gehört, aber ich fand es übertrieben, deshalb nicht mehr hier einzukaufen“, sagt Maria Stücker, die gerade ein paar Tomaten in die Tüte steckt. „Die werde ich einfach besonders gründlich waschen.“ Leonie Langer

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