Berlin : Rauchverbot für Lehrer wird gelockert

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Früher pafften Schüler heimlich auf dem Klo, heute müssen sich auch rauchende Lehrer vor den Schülern verstecken. Doch weil sich nicht alle nikotinabhängigen Lehrer – besonders ältere – an das strikte Rauchverbot an Schulen halten wollen oder können, sollen jetzt „verträgliche Sonderregelungen“ getroffen werden: Für den Einzelnen könnte eine Möglichkeit zum Tabakkonsum außer Sichtweite der Schüler „erst einmal im Keller oder unter dem Dach“ geschaffen werden, sagte Elvira Surmann, Referenten für Suchtprophylaxe beim Schulsenator. Für Schüler gelten solche Ausnahmeregelungen aber nicht.

„Viele Lehrer, die über Jahrzehnte geraucht haben, sind süchtig“, sagte Elvira Surmann. Sie schaffen den Unterricht nicht, ohne in den Pausen zur Zigarette zu greifen. Die Schulleiter sollen versuchen, mit diesen als krank geltenden Kollegen „ins Gespräch“ zu kommen und sie gegebenenfalls zur Teilnahme an Raucher-Entwöhnungskursen animieren. In Kooperation mit einer Klinik bietet die Senatsverwaltung außerdem Kurse zur Stressbewältigung für Lehrer an. Doch mit zunehmendem Alter sinke die Bereitschaft der Betroffenen, solche Angebote anzunehmen. Über die Zahl der unbeirrbaren Raucher unter den Lehrern gibt es keine verlässlichen Angaben. Rund 20 Schulen haben ihr Probleme mitgeteilt, sagte Elvira Surmann. Die Dunkelziffer dürfte nicht unerheblich sein, da keine Meldepflicht besteht. Das ist in Hessen anders. In dem Bundesland werden Verstöße gegen das Rauchverbot geahndet. Darauf will Berlin vorerst verzichten.

In den öffentlichen Schulen und Kitas Berlins gilt seit 2004 ein Rauchverbot für Schüler wie auch für das Personal. Weil Schulsenator Klaus Böger (SPD) dies per Rundschreiben bekannt gab, sah der Personalrat die Mitbestimmung verletzt – und klagte. Daraufhin wurde das Rauchverbot in das neue Kita-Gesetz aufgenommen, das seit dem Sommer gilt. du-

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