Rauchverbot : PRO & Contra

André Görke

PRO



Ich bin Raucher. Und ja, ich bin für das Rauchverbot. Es ist schließlich nicht so, dass ich fröhlich durchatme, wenn mir mein Kumpel den Rauch direkt ins Gesicht bläst. Genauso wenig jauchze ich vor Freude auf, wenn mir in der Eckpinte die Augen tränen. Und genauso wenig ist es angenehm, wenn am nächsten Morgen die erbärmlich stinkenden Klamotten in der Wohnung herumrumliegen. Darauf kann ich verzichten.

Falls nun die Zigarettenfraktion empört aufjault: Nee, ich bin kein Gelegenheitsraucher. Und falls notorisch-nörgelnde Nichtraucher mahnen: Hör’ doch auf, ist ungesund! Danke für den guten Tipp. Ich rauche weiter. Nur eben draußen.

Stattdessen freue ich mich, dass mein Freundeskreis wieder zusammen Bier trinken kann und Spiele von Hertha nicht mehr in getrennten Kneipen gucken muss. Früher haben wir uns am Tresen gestritten, Nichtraucher saßen mit miesepetrigem Gesicht daneben. Zuletzt war alles anders: entspannter. Klare Regeln helfen – und zwar ohne Ausnahmen. Und es geht ja auch mal ohne Kippe, das habe ich zu schätzen gelernt. Mir haben nicht mal die Hände gezittert. André Görke


CONTRA

Ich bin Nichtraucherin und froh, nicht mehr in verrauchten Kneipen und Restaurants sitzen zu müssen. Das macht das abendliche Ausgehen deutlich angenehmer, das Nichtraucherschutzgesetz war längst überfällig.

Aber da gibt es diese kleinen Eckkneipen, in denen die Besucher seit jeher nichts anderes tun als qualmen, trinken und quatschen; für viele ist das Lokal ihr zweites Wohnzimmer. In der Regel sind die Stammgäste und der Wirt unter sich. Mich hat es dort nie hingezogen, und ich werde auch jetzt nicht hingehen. So wie all jene auch, die ebenfalls keine Eckkneipenstammgäste sind. Für diese so gut wie geschlossenen Gesellschaften sollte es möglich sein, Ausnahmen per Gesetz zu schaffen. Da kann man tolerant sein. Dort herrscht doch Einvernehmen darüber, wie man es halten will mit dem Rauchen.

Niemand wird in diesen Räumen gegen seinen Willen Gesundheitsgefahren ausgesetzt. Fremde verirren sich nur selten in die Kneipen. Damit in den Lokalen auch ja niemand von Qualm und Rauch überrascht wird, müssen sie ja ohnehin außen als Raucherkneipen gekennzeichnet sein. Sigrid Kneist

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