Berlin : Raumflughafen oder Baggersee? - Wettbewerb präsentiert Ideen zur Nachnutzung

esch

Ein "Fun-Center"? Ein Raumflughafen? Ein Baggersee? All das könnte aus dem Flughafen Tegel werden, sobald er (offiziell 2007) stillgelegt wird. Die Nachnutzung von Tegel war das Thema des Schinkel-Wettbewerbs 1999 / 2000, den der Architekten- und Ingenieurverein (AIV) veranstaltet. 93 Arbeiten waren dazu eingereicht worden, zumeist von Studenten, denn der Wettbewerb, 1853 von Friedrich Wilhelm IV initiiert, ist für den Nachwuchs gedacht. Drei erste Preise wurden vergeben.

Halb Park-and-Ride-Station mit S-Bahn-Anschluß, halb Freizeitcenter für Trendsportarten soll das alte Terminal des Flughafens nach den Vorstellungen der ersten Preisträger in der Kategorie Städtebau werden, Max Gentz, Gunnar Landfester und Philipp Rode. Über die Autobahn vom Norden könnten die Brandenburger einpendeln und dann per Bahn zum Potsdamer Platz weiterfahren. Neben viel Grün sind Wohnungen vorgesehen, "Wohndocks" genannt, nahe dem Kurt-Schumacher-Platz sowie eine "Bio City" nördlich von Siemensstadt, hier wurde allerdings auf die Details verzichtet.

Der erste Preis für Konstruktiven Ingenieurbau ging an Jochen Münch, Torsten Weil und Ingo Weißer, die das Terminal gläsern und secheckig überdachen wollen. Den Preis für die Kategorie "Kunst und Bauen" erhielten Anke Schierloh und Christoph Aschmann. Sie wollen die Startbahn durch einen Kanal ersetzen, die Landesbahn hingegen durch einen Waldstreifen. Beide sind in einen "Kunstpark" eingebettet, mit einem künstlichen Wald (aus Baumstämmen), der in den echten Wald übergeht, dazu Ateliers für Künstler. Das Flughafen-Terminal soll ein Center für neue Medien werden.

Überhaupt, die neuen Medien: Ein Teilnehmer wollte das Terminal in ein "Future Lab" umwandeln, wo Daten aus aller Welt abgefragt werden können. Ein anderer sah gar eine große Zukunft für Tegel als Raumflughafen voraus, wo ab 2030 Raumschiffe von Außerirdischen andocken können (dies mit einer Illustration des Star-Trek-Kreuzers USS Defiant). Bis es soweit ist, sei aber auch ein High-Tech-Spielhölle plus 3-D-Kino möglich. Und ein Restaurant im Tower.

Oft wurde auch das Modell "Freizeitpark" vorgeschlagen, entweder als großer Badesee oder als grünes Freizeitgesamtkunstwerk mit Booten, die unter Wasser an Seilen gezogen werden, einem Streichelzoo und einem Unterwassertunnel mit Fenstern - verdächtig nahe an Disneyland. Auch eine Riesenachterbahn, ein Online-Park oder ein Urstromtal gehörten zu den Ideen, letzteres mit Gletscherberg, Strandbad und einem "Funpark" im ehemaligen Terminal.

Die eigentliche Preisverleihung findet am Montag, 19 Uhr an der Rudower Chaussee 4, Haus 19 statt, dort sind auch die Arbeiten für zwei Wochen ausgestellt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar