Berlin : Raver gesucht: Komparsen für einen Film über die Love Parade

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Da ist zum Beispiel Billa, die die Love Parade und alles drumherum eigentlich nicht leiden kann. Aber plötzlich ist sie mittendrin. Sie wollte nur eine Freundin am Bahnhof abholen und jetzt steht sie zwischen den tausenden schwitzenden Körpern. Oder Sundri, die fasziniert in der Menge abtaucht und dort auf Seaka trifft.

Billas, Sundris und Seakas Rollen sind schon besetzt. Und auch die der anderen 13 Hauptdarsteller von "Love, Peace and Pancake". Einem Episoden-Film über die Love Parade. Nur das Drumherum, die Masse, die tausenden schwitzenden Körper, die stehen noch nicht fest. Ein bisschen wurde schon auf der Love-Parade gedreht, aber für den Rest-Dreh braucht das Team noch Verstärkung. Von 2000 Komparsen und Tänzern. Gestern Abend war Casting im Tresor.

"Wir suchen alles." Mark Fitzner ist der Komparsen-Casting-Chef. Er steht mit Fotoapparat und einer 1000 Watt-Leuchte im Eingang des Clubs. Die Prozedur für die Bewerber erinnert allerdings eher an die Vorbereitungen zu einem Knastaufenthalt als an ruhmreiche Zeiten auf der Leinwand. Die Komparsen-Anwärter müssen zuerst einen Fragebogen ausfüllen und erhalten dann eine Nummer. Die Nummer müssen sie sich vor den Bauch halten und so werden sie von Mark Fitzner fotografiert. Nicole Zimmermann füllt gerade ihren Bogen aus. "Haben Sie ein Raver-Outfit? Oh Gott, habe ich ein Raver-Outfit? Also wenn die darunter diese krassen Stachel-Frisuren und diese Plateau-Stempel-Schuhe verstehen, dann bin ich wohl falsch." Die 18-Jährige füllt den Boden trotzdem aus. Sie kriegt die Nummer 84, wird fotografiert und geht an die Bar. Dann kommt Julia Borgis dran. Sie hat gerade ihr erstes Staatsexamen in Sport gemacht. Und so eine kleine Komparsenrolle wäre mal eine nette Abwechslung.

500 Komparsen stehen schon fest. 150 hat der Abend im Tresor gebracht. Fehlen immer noch 1500. Aber der Dreh beginnt ja erst im August.

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