Berlin : RBB ruft Konfliktberater zu Hilfe

Intendantin Reim will im Streit mit Mitarbeitern einen externen Vermittler holen

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Im Streit um die Lage der freien Mitarbeiter im RBB hat Intendantin Dagmar Reim angekündigt, einen „professionellen Coach“ heranzuziehen, „der Erfahrung mit Management und Konfliktlösung hat“. Das sagte Reim am Dienstagmorgen vor Hunderten teils emotional aufgewühlten RBBBeschäftigten in Potsdam.

Der externe Konfliktberater soll mit einer Gruppe von je vier Vertretern der Senderleitung und der Mitarbeiter versuchen, beide Seiten nach den Konflikten der vergangenen Wochen wieder zusammenzubringen. Außerdem sollen interne Seminare, Informationsveranstaltungen und Gesprächsrunden künftig den Informationsfluss im Sender verbessern.

In dem Konflikt ging es, wie berichtet, neben den Arbeitsbedingungen zuletzt vor allem um das Aus für den Fernsehmoderator Jan Lerch und den Radiojournalisten Jürgen Schäfer, die sich für Mitarbeiterbelange eingesetzt hatten und sich dafür abgestraft sehen. Reim wies das zurück und sagte: „Jeder Mitarbeiter darf den RBB kritisieren – aber intern.“ Lerch wird vorgeworfen, eine RBB-kritische Umfrage unter Mitgliedern des Rundfunkrats bekannt gemacht zu haben, was er bestreitet. Reim machte deutlich, dass sie nicht vorhat, die umstrittenen Personalentscheidungen rückgängig zu machen. Sie sagte allerdings selbstkritisch: „Ich hätte das Gespräch über unsere gemeinsame Arbeit eher führen sollen.“

Bei vielen Mitarbeitern stieß Reims Ankündigung auf Skepsis, vor allem, da sie den Fall Lerch/Schäfer nur am Rande erwähnte. Manche kritisierten die Intendantin als beratungsresistent, andere appellierten an ihre Kollegen, dem Vermittlungsversuch eine Chance zu geben. lvt

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