• "React"-Projekt: Das umstrittene Projekt zur Förderung der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg darf weitermachen

Berlin : "React"-Projekt: Das umstrittene Projekt zur Förderung der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg darf weitermachen

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Das Bezirksamt hält weiter am gescheiterten "React"-Projekt zur Förderung des Einzelhandels in der Schönhauser Allee fest. Nach den Worten von Finanzstadtrat Robert Scholz (PDS) gab es bei dem 1998 gestarteten und aus Mitteln der Europäischen Union geförderten Projekt "eine Reihe von Schwierigkeiten". Scholz bekräftigte am Mittwoch, dass er React auch gegen den Willen der Mehrheit der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fortsetzen will. Die BVV hatte während ihrer Sitzung im Juli beschlossen, dem Bezirk den Ausstieg zu empfehlen. Damit reagierten die Verordneten auf eine breite Diskussion in der Öffentlichkeit. Tenor: React gibt nur Geld aus, bringt für die Händler aber nichts.

Die Geschichte von React ist eine Geschichte von Rückschlägen. Nach dem Start im September 1998 begannen wie üblich Untersuchungen zur Machbarkeit. Im September 1999 sagte Brüssel Ja und machte damit den Weg frei für einen Service, an dem ein großer Teil der Händler kein Interesse hatte. Die Allee sollte zur "Nordeuropäischen Textilmeile" werden und Käufer aus den Nachbarbezirken anziehen. Daraus wurde jedoch nichts. Schließlich scheiterte der Plan, ein Designer-Kaufhaus zu errichten. Damit war die Chance vertan, der Einkaufsstraße auf der Kippe neben den Schönhauser Allee Arcaden einen zweiten Anziehungspunkt zu geben. Den React-Leuten gelang es nicht einmal, ein Büro zu finden. Erst vor vier Wochen konnte ein 112 Quadratmeter großes Büro in einer Fabriketage an der Schönhauser Allee 73 bezogen werden. Die offizielle Eröffnung des "Ressourcen-Centers" steht noch bevor. Gestern gab es dort nichts zu sehen als ein paar leere Computerarbeitsplätze. 60 000 Mark Zuschüsse hat sich der Bezirk das Projekt kosten lassen. Dies für Beratungen zu Werbung, Marketing, Internet und Betriebswirtschaft, die es gegen Bares längst gab. So war es kein Wunder, dass React gestern nur eine dürftige Bilanz ziehen konnte: Die 14 Berater haben bisher 122 Händler (von insgesamt 180 zwischen Eberswalder und Wisbyer Straße) über die Angebote informiert. Mit 71 gab es Gespräche über Probleme des Handelsgeschäfts. 39 Gewerbetreibende ließen sich Vorschläge zur Lösung ihrer Probleme machen, 40 bekundeten Interesse an Computerkursen und anderen Schulungen.

Für Finanazstadtrat Scholz ist das kein Grund, React zu stoppen. Im Gegenteil: "Es gibt positive Signale aus Brüssel", sagte er. Das Projekt wird möglicherweise um ein Jahr bis September 2002 verlängert.

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