Berlin : REAKTIONEN

Rainer Schwarz

, Flughafenchef: „Ich bin froh über die doch klare Entscheidung und hoffe, dass die Diskussion um Tempelhof nun endlich zu Ende ist. Wir können unseren Blick jetzt auf die Zukunft richten und die heißt Berlin-Brandenburg International in Schönefeld. Dies ist auch für die Fluggesellschaften und die Banken, die uns Kredite für den Ausbau in Schönefeld gewähren, ein wichtiges Signal, dass wir uns nun auf die Zukunft konzentrieren können. Juristisch war ohnehin klar, dass wir den Flughafen Tempelhof nur noch bis zum 31. Oktober 2008 betreiben werden.

Heinz Buschkowsky (SPD), Bürgermeister von Neukölln: „Ein bisschen überrascht bin ich doch darüber, dass es nicht mehr Stimmen für den Flughafen gab. Denn in Neukölln hat man gemerkt, dass die Vergangenheit noch sehr im Blut ist. Sogar Menschen, die in der Einflugschneise wohnen, wollten, dass der Flughafen bleibt. Gegen Emotionen kann man nicht argumentieren. Allerdings hat sich der Senat auch nicht sehr geschickt verhalten in Bezug auf den Volksentscheid. Jetzt muss eine geschichtswürdige Nachnutzung gefunden werden.“

Carola Bluhm

(Linke), Fraktionschefin: „Man hat mit guten Argumenten und wenig Geld auch eine Chance gegen eine Kampagne, die die Argumente außer Kraft gesetzt hat. Angesichts der 40 Prozent abgegebenen Nein-Stimmen bin ich sehr erleichtert, dass die Berliner so schlau sind.“

Harald Wolf

(Linke), Wirtschaftssenator: „Die Anwohner werden künftig nicht mehr durch Kerosin und Fluglärm behelligt. Das Areal wird öffentlich genutzt, und der Weg für den Bau von BBI und die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist frei.“

Lea Rosh

(Publizistin): „Das ist kein Sieg für Herrn Wowereit. Mehr als 500 000 Berliner wollen, dass Tempelhof als Verkehrsflughafen erhalten bleibt. Die darf man nicht einfach ignorieren.“

Jutta Matuschek

(Linke), Verkehrsexpertin: „Dass sich das penetrante Werben ohne Argumente nicht ausgezahlt hat, ist eine gute Nachricht für die Demokratie.“

Ulrich Junghanns

(CDU), Landesvorsitzender in Brandenburg: „Die Berliner haben entschieden. BBI wird Single-Airport. Für Tempelhof muss Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit jetzt endlich ein Nachnutzungskonzept vorlegen.“

Günter Baaske

(SPD), Fraktionschef im brandenburgischen Landtag: „Dieser Sonntag hat das Ende von Tempelhof endgültig besiegelt. Tempelhof ist Vergangenheit, BBI in Schönefeld ist Zukunft.“

Hanns Peter Nerger

, Berlin-TourismusChef: „Das Ergebnis muss man akzeptieren, es ist nach den Regeln der Demokratie entstanden. Ich bin natürlich für Tempelhof. Der Flughafen ist verkehrstechnisch dringend erforderlich bis zur Eröffnung des BBI.“

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