Berlin : Rechte Demonstration: Erneut wollen Neonazis in Berlin marschieren

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Keine zwei Wochen nach der NPD-Demonstration in Hohenschönhausen steht Berlin wieder ein rechtsextremer Aufmarsch bevor. Für den heutigen Sonnabend wurde am 8. April ein Umzug in Lichtenberg angemeldet. Zu erwarten sind 500 Teilnehmer - vor allem aus dem Spektrum militanter Neonazis und Skinheads, weniger aus den Reihen der NPD. Als Redner werden die Neonazis Christian Worch und Steffen Hupka auftreten. Sie gelten bundesweit als Führungsfiguren der Szene. Hupka, einst NPD-Vorsitzender in Sachsen-Anhalt, hatte auch Ende letzten Jahres einen Aufmarsch in Berlin angeführt. Am 4. November zogen mehr als 1000 Neonazis und Skins vom Bahnhof Friedrichstraße zum Alexanderplatz.

Als Zeichen ihrer Verhöhnung der gesellschaftlichen Debatte über die Gefahr von Rechts führten damals Mitglieder der Berliner "Kameradschaft Germania" ein großes schwarzes Transparent mit der Aufschrift "Gegen Faschismus und Intoleranz" mit sich. Diese Parole ist jetzt zum Motto des von der Kameradschaft Germania initiierten Aufmarsches in Lichtenberg erhoben worden. Die Demonstration beginnt um 11 Uhr 30 am Nöldnerplatz und soll drei Stunden später hier auch wieder enden. Nazi-Gegner wollen etwas entfernt mit einer Mahnwache gegen den Aufmarsch protestieren.

Ein Verbot war laut Innenverwaltung nicht möglich, doch wurden die üblichen Auflagen verhängt. So dürfen außer den Flaggen von Bund und Ländern keine weiteren Fahnen gezeigt werden, ebenso sind Uniformen und uniformähnliche Kleidungsstücke untersagt. Die Neonazis dürfen auch nicht "Hier marschiert der nationale Widerstand" rufen oder "Ruhm und Ehre der Waffen-SS". Letzteres hatten Rechte am 29. Januar 2000 beim Marsch durch das Brandenburger Tor skandiert, der über Berlin hinaus Empörung hervorrief.

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