Berlin : Rechtsextremismus: Gedenken an die Pogromnacht

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Rosa Singer war in den dreißiger Jahren Lehrerin an der Heinrich-von-Kleist Oberschule im Bezirk Tiergarten. Als Jüdin musste sie die Schule 1935 jedoch verlassen. 1942 hetzten die Nazis sie durch Berlin zur Putlitzbrücke. Von dort führte ihr Weg nach Auschwitz, wo sie noch im selben Jahr ermordet wurde.

Vor dem Mahnmal auf der Putlitzbrücke haben am Mittwoch Judith Kühne und Alexandra Nier aus der 10. Klasse des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums von dem bewegenden Schicksal der Berliner Lehrerin erzählt. Etwa 300 Berliner waren zuvor den Weg gegangen, der in den vierziger Jahren für viele Berliner Juden in den Tod geführt hatte: von dem Mahnmal der vor 62 Jahren zerstörten Synagoge in der Levetzowstraße zur Putlitzbrücke, wo damals der Weg in die Vernichtung begann.

An dem Gedenkzug nahm auch Mordechay Lewy teil. Der heutige Gesandte des Staates Israel war von 1960 bis 1963 selbst Schüler am Heinrich-von-Kleist-Gymnasium. Lewy forderte die Schüler auf, gegen rechte Gewalt aktiv zu werden. Ein zweiter Gedenkmarsch mit rund 300 Teilnehmern führte vom Jüdischen Krankenhaus in der Heinz-Galinski-Straße zum Mahnmal an der Putlitzbrücke.

Zu den Schweigemärschen hatten die Bezirksbürgermeister von Tiergarten, Wedding und Mitte, Jörn Jensen (Grüne), Hans Nisblé (SPD) und Joachim Zeller (CDU), aufgerufen. Damit sollte ein deutliches Zeichen gegen rechte Gewalt und Intoleranz gesetzt werden.

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