Rechtsstreit beendet : "Ski Hütte" zieht in geplantes City-Geschäftshaus

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Dem geplanten Gewerbebau "City Light House" an der Ecke Kant- und Joachimstaler Straße steht nichts mehr im Weg. Denn das alteingesessene Sportgeschäft "Ski Hütte", das nicht ausziehen wollte und gegen die Kündigung geklagt hatte, einigte sich jetzt mit dem Vermieter. Ein für Mittwoch geplanter Gerichtstermin fällt deshalb aus. Ladenbesitzer Jürgen Merker sagte gestern, er werde zum kommenden Jahreswechsel ausziehen, aber nach Fertigstellung des Neubaus wieder an den Standort zurückkehren. Für die Zwischenzeit seien ihm mehrere Ersatzquartiere in der Nähe angeboten worden, die er noch prüfe.

Die Arbeiten für den achtstöckigen Neubau mit Büros und Ladenräumen sollen Anfang 2002 beginnen und bis Ende 2003 abgeschlossen sein. Der Bauantrag des Investors OFB liegt seit Ende Dezember vor. Das Unternehmen ist eine Tochterfirma der Landesbank Hessen-Thüringen. Welche Mieter außer der "Ski Hütte" einziehen werden, konnte OFB-Projektleiterin Michaele Niebisch-Kiehn noch nicht sagen.

Das Architektenbüro Collignon / Fischötter entwarf ein "leicht" wirkendes Gebäude mit viel Glas (daher der Name "City Light House"). Die Planer sprechen von einem "Vorzeigeobjekt für Ökologie". Zum Konzept gehören eine weitgehend natürliche Lüftung, ein begrünter Hof und Lärmschutz durch eine Doppel-Fassade zur Straße hin. Die Wünsche von Bezirkspolitikern führten zu gestalterischen Veränderungen. Laut Architekt Oliver Collignon wurde die Traufkante verändert, damit der Neubau besser zu denkmalgeschützten Nachbarhäusern passt. Forderungen nach einem Wohnanteil begegnete der Investor mit dem Angebot, stattdessen Wohnungen an der nahen Marburger Straße zu schaffen. Nur die Grünen lehnen den Abriss und Neubau weiterhin ab.

Der sanierungsbedürftige Altbau steht seit langem großenteils leer. Außer der "Ski Hütte" gibt es darin noch den "Tanz-Palast", ein Fotogeschäft und eine Wechselstube, deren Mietverträge aber zur Jahresmitte auslaufen. Die "Ski Hütte" hatte 1924 an der Jüdenstraße in Mitte als erstes Berliner Sportfachgeschäft eröffnet und gehörte 1936 zu den Olympia-Ausstattern. Im Krieg wurde das Stammhaus zerstört. Die seit 1939 bestehende Filiale in der Westcity hat prominente Stammkunden wie Günter Pfitzmann, Artur Brauner und Franziska van Almsick.

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