REFUGEE STRIKE HOUSE : Eine Dusche für viele neue Flüchtlinge

Kaputte Fenster, eingetretene Türen, verstopfte Toiletten: Es gibt schönere Orte zum Leben als die Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße in Kreuzberg. Trotzdem wächst die Zahl der Menschen, die in der Schule Zuflucht suchen. Von den 40 Besetzern, die die Schule im letzten Dezember zum „Refugee Strike House“ umwandelten, wuchs die Zahl der Bewohner auf mehr als 200 – die genaue Zahl ist unbekannt. Die Fluktuation ist hoch, Neuankömmlinge werden nicht registriert. Nach Angaben der Initiative „asylstrike berlin" sind alle 24 Klassenzimmer belegt, selbst in der Aula sind Menschen einquartiert. Bis zu 15 Personen teilen sich einen Raum – darunter auch Familien mit Kindern.

Die Bewohner sind vor allem Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Roma aus Südosteuropa und Zentralafrikaner. Alle müssen auf Toilette, brauchen Elektrizität und Wärme – und das wird zum Problem: Die alten Leitungen sind der Dauerbelastung nicht gewachsen. Um die hygienische Situation zu entschärfen, installiert das Diakonische Werk Stadtmitte heute eine neue Dusche – bisher wuschen sich die Flüchtlinge am Waschbecken. Auch sonst sind die Bewohner auf Hilfe von außen angewiesen: Die Kosten für Strom, Wasser, Heizung und Müllabfuhr übernimmt das Bezirksamt, Lebensmittel kommen von der Berliner Tafel. Für Freitag ist ein Gespräch zwischen Bezirksamt, Flüchtlingen und dem Eigentümer angesetzt, um über die Zukunft der Schule zu verhandeln. kat

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