Berlin : Regentropfen, die an die Leinwand klopfen

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Das feuchte Wetter der vergangenen Wochen hat vielen Berliner Open-Air-Veranstaltern die Sommerlaune verdorben. Vor allem die neun Freiluftkinos der Stadt leiden unter Regen und Kälte. „Wir haben bisher nur halb so viele Besucher wie im vergangenen Jahr“, klagt der Geschäftsführer des Freiluftkinos in der Neuköllner Hasenheide, Gerhard Groß. Dabei fiel auch manche Filmvorführung ins Wasser, die der Kinochef in einem warmen Sommer als sicheren Erfolg verbucht hätte: In der Sturmnacht vor zwei Wochen zum Beispiel kamen zu „Herr der Ringe“ statt der erwarteten 800 gerade mal 18 zahlende Gäste. Ähnliches ist auch von den Betreibern des Kreuzberger Freiluftkinos zu hören. Statt der im vergangenen Jahr bis Ende Juli gezählten 17 000 Besucher fanden bisher nur gut 8000 den Weg in den Garten hinterm Bethanien-Haus, sagt eine Mitarbeiterin. Die einzige uneingeschränkt positive Bilanz ziehen die Macher des Freiluftkinos Friedrichshain: „Wir haben die beste Saison seit vier Jahren“, sagt Organisator Louis Schneider. Trotzdem fürchtet so mancher Veranstalter, wegen des Wetters in die roten Zahlen zu rutschen. „Der schlechte Sommer ist eine enorme wirtschaftliche Belastung“, sagt Frank Scholze vom Besucherdienst der Staatlichen Museen, der das Sommerfestival auf der Museumsinsel und auf dem Kulturforum am Potsdamer Platz veranstaltet. Rund 60 000 Besucher haben Scholze zufolge bislang die Kinoabende, Lesungen und Konzerte an zwei Spielstätten besucht. Das ist wegen der gestiegenen Zahl der Veranstaltungen zwar mehr als im Vorjahreszeitraum. „Aber wir hatten noch mehr erwartet“, schränkt Museen-Sprecherin Sabine Grunwald ein. Für den Co-Veranstalter Transatlantico, der einen Teil der Konzerte auf der Museumsinsel organisiert hat, war der Sommer schlicht „eine Katastrophe“, wie eine Mitarbeiterin sagt. Timothy Grossmann vom Balazs-Kino, der das Kinoprogramm des Festivals sowie ebenfalls Konzerte organisiert, sieht das hingegen entspannter: „Wir leben nun mal in Berlin und nicht in Italien – und ob’s finanziell reicht, wissen wir erst am Ende der Saison.“Lars von Törne

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