Berlin : Regine Hildebrandt: Christa Wolf wollte die Medaille nicht haben

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Die achtköpfige parlamentarische Findungskommission hatte die frühere Brandenburger Ministerin Regine Hildebrandt (SPD) mehrheitlich für die Auszeichnung mit der Louise-Schroeder-Medaille vorgeschlagen, nämlich mit fünf gegen zwei Stimmen bei einer Enthaltung. Mit Ja votierten SPD, PDS und eine Grüne, mit Nein die CDU, mit Enthaltung eine Grüne. Ursprünglich hatte sich die Findungskommission auf die Ost-Berliner Schriftstellerin Christa Wolf verständigt, und zwar einstimmig. Christa Wolf erklärte jedoch auf diskrete Nachfrage, sie lehne die Ehrung ab, so dass das Präsidium damit gar nicht mehr befasst war.

Regine Hildebrandt hätte die Auszeichnung dem Vernehmen nach gern angenommen. Im Präsidium wurde der Vorschlag der Findungskommission jedoch am m Mittwoch nach längerer Diskussion mit sieben gegen sieben Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Die sieben Neinstimmen kamen von der CDU einschließlich des Parlamentspräsidenten. SPD und PDS votierten mit Ja, den Ausschlag für die Ablehnung gab die Enthaltung der Grünen-Abgeordneten. Das Präsidium tagt vertraulich. CDU-Vertreter zeigten sich ungehalten über die "Indiskretion", durch die der Vorgang bekannt wurde.

Der Findungskommission gehören an: von der CDU Friederike Galland und Ursula Birghan, von der SPD Ulrike Neumann und Jutta Weissbecker, von der PDS Evrim Baba und Gesine Lötzsch, von den Grünen Sibyll-Anka Klotz und Claudia Hämmerling.

Zum 15-köpfigen Parlamentspräsidium zählen: Parlamentspräsident Reinhard Führer, Vizepräsident Peter Luther, Ursula Birghan, Ingrid Buchholz, Hella Kasten, Alfred-Mario Molter und Sabine Toepfer-Kataw (alle CDU), Vizepräsident Walter Momper, Karin Seidel-Kalmutzki, Gabriele Thieme-Duske und Jutta Weissbecker (alle SPD), Gesine Lötzsch, Martina Michels und Giyasettin Sayan (alle PDS) sowie Claudia Hämmerling (Grüne).

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