Berlin : Regine Hildebrandt: Großes Verdienstkreuz, große Geburtstagsparty

Michael Mara

Eines ist sicher: Zum Empfang der märkischen SPD aus Anlass des sechzigsten Geburtstages von Regine Hildebrandt am 26. April wird der Koalitionspartner CDU nicht eingeladen. "Nur Freunde und enge Weggefährten bekommen eine Einladung", so SPD-Landesgeschäftsführer Klaus Ness.

Gerade erst hat CDU-Landeschef Jörg Schönbohm der populärsten deutschen Sozialdemokratin vorgeworfen, als Ministerin in Brandenburg "verantwortungslos" gehandelt und einen "Augiasstall" hinterlassen zu haben. Berlins CDU verhinderte die Auszeichnung Hildebrandts mit der Louise-Schroeder-Medaille. Nun wird ihr Ministerpräsident Manfred Stolpe am Donnerstag das Große Verdienstkreuz überreichen, das ihr Bundespräsident Johannes Rau nach dem Berliner Eklat verliehen hat.

Zum Thema TED: Soll Regine Hildebrandt die Louise-Schroeder-Medaille erhalten? Die schwer Krebskranke hatte die Anwürfe aus Berlin gelassen hingenommen. Sie sei nicht überrascht und kenne das von der CDU ja. Die märkische SPD, die sie wegen ihrer lautstarken Ablehnung der Großen Koalition auch nicht immer ganz fein behandelt hat, will ihr mit dem mehrstündigen Geburtstagsempfang auch Genugtuung widerfahren lassen: Nicht nur Ministerpräsident Manfred Stolpe und SPD-Landeschef Matthias Platzeck werden Lobreden halten, sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder hat trotz übervollen Terminkalenders eine Stunde Zeit für Regine herausgeschlagen. Außerdem werden die früheren und heutigen SPD-Minister im Kabinett Stolpe mit von der Partie sein sowie "prominente Überraschungsgäste", wie Ness sagt. 300 bis 400 Freunde und Mitstreiter Hildebrandts werden am Vormittag des 26. April im Potsdamer Nikolaisaal erwartet. Einen größeren Geburtstagsempfang für einen Politiker hat es bisher in Brandenburg nicht gegeben.

Glückwünsche wird Hildebrandt auch von der CDU erhalten. Fraktionschefin Beate Blechinger will eine Geburtstagskarte schicken: "Das gehört sich so." Zwar sei in ihrem Ministerium vieles schiefgelaufen, doch habe sich Hildebrandt auch Verdienste erworben und das Selbstbewusstsein der Menschen gestärkt.

Regine Hildebrandt selbst legt durchaus Wert darauf, nicht als CDU-Hasserin abgestempelt zu werden. Sie habe aber ein gestörtes Verhältniss zur "Blockflötentruppe", die jahrelang mit unfeinen Methoden auf ihren Sturz hinarbeitete, heißt es in ihrem Umfeld. Die PDS sei mit ihr hingegen immer fair umgegangen. Dennoch ist unter den offiziell Eingeladenen bisher kein PDS-Politiker, obwohl Hildebrandt einige wie Lothar Bisky, Gesundheitsexpertin Hannelore Birkholz und Landeschef Ralf Christoffers sehr schätzt. Vielleicht, weil man das Verhältnis zum Koalitionspartner nicht trüben will. Aber die Gästeliste ist noch nicht geschlossen. Regine Hildebrandt hat auch noch ein Wort mitzureden.

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