• Regine Hildebrandt: Pro & Contra: Soll Regine Hildebrandt die Louise-Schroeder-Medaille erhalten?

Berlin : Regine Hildebrandt: Pro & Contra: Soll Regine Hildebrandt die Louise-Schroeder-Medaille erhalten?

Pro:

Zum Thema TED: Soll Regine Hildebrandt die Louise-Schroeder-Medaille erhalten? Selbst bei der Nominierung zu einer Preisverleihung kann man mit ihr noch Unruhe erzeugen: Regine Hildebrandt ist für die Louise-Schroeder-Medaille vorgeschlagen worden. Ein Gremium aus weiblichen Abgeordneten schlug Regine Hildebrandt als eine Frau vor, die wie Louise Schroeder für Demokratie, Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Gleichstellung von Frauen eingetreten ist. Louise Schroeder war die Mutter Berlins - Regine Hildebrandt ist die Mutter dieser Region, mit Berliner Schnauze, viel Herz für die Menschen, großem Engagement gegen Unrecht - und in dieser Mischung eine Vorbild-Politikerin, von der sich manche/r eine Scheibe abschneiden kann. Nicht immer bequem, aber ehrlich, ungestelzt und authentisch - sie würde sagen "ick bin eben so". Regine Hildebrandt schafft es, viele Menschen einander näher zu bringen. Sie steht für das Lebensgefühl der neuen Bundesländer und kann das auch in München, Hamburg und Trier vermitteln. Schon deswegen ist sie gut für eine Auszeichnung, die - auf Vorschlag einer Parlamentarierinnen-Gruppe - verliehen wird. Warum dann die Ablehnung im Präsidium? Weil Regine Hildebrandt stets eine Gegnerin der Großen Koalition in Brandenburg war? Weil sie keine Berliner Politikerin ist? Oder geht es doch um Parteipolitik? Selbst Richard von Weizsäcker fand dazu klare Worte - er hat die Ablehnung als menschlich abstoßend und politisch engherzig bezeichnet. Eine Auszeichnung dieser Art darf nicht das kleine Karo bedienen, sondern muss Schranken überwinden - im Sinne von Louise Schroeder.

Petra Merkel (SPD-Abgeordnete und Fraktionsgeschäftsführerin ihrer Partei)

Contra:

Ich bedauere, dass die schwerkranke Regine Hildebrandt so in eine öffentliche Auseinandersetzung gerissen wurde. Das hat sie nicht verdient. Üblicherweise werden die Beratungen über eine Preisverleihung nicht öffentlich geführt, um persönliche Verletzungen auszuschließen und von allen mit getragene Kandidaten und Kandidatinnen zu präsentieren. Leider ist dies durch den öffentlichen Rücktritt der Frauenpolitischen Sprecherin der SPD als Vorsitzende der Findungskommission gescheitert. Mit der Verleihung der Louise-Schroeder-Medaille will das Abgeordnetenhaus an eine hervorragende Frau erinnern, die sich in besonderer Weise um Berlin verdient gemacht hat. Die Findungskommission muss also prüfen. Wo sind die Taten für Berlin? Frau Hildebrandt hat zwar jahrelang in Berlin gelebt, aber in Brandenburg gewirkt. Darum erfüllt Regine Hildebrandt die Voraussetzungen für diese Ehrung bedauerlicherweise nicht. Auf der letzten Sitzung der Findungskommission hatten CDU und Grüne bereits erklärt, dass Hildebrandt den Kriterien für die Verleihung der Medaille nicht gerecht würde. Beide hatten dabei auf die fehlende Mehrheit im Präsidium hingewiesen. Trotzdem bestanden PDS und SPD darauf, Hildebrandt vorzuschlagen.

Es ist bedauerlich, dass die Louise-Schroeder-Medaille offensichtlich von manchen zur parteipolitischen Profilierung genutzt werden soll. Ich appelliere an alle Beteiligten, diese Diskussion bald zu beenden. Bisher gelang es immer, von allen getragene Kandidaten zu präsentieren. Wir sollten gemeinsam darum ringen.

Friederike Galland (CDU-Abgeordnete und Mitglied der Findungskommission)

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