Berlin : Reich an Jahren

Andreas Conrad

grübelt über gewonnene Lebenszeit Wenn Pennäler über Sein oder Nichtsein philosophieren, geht das seit jeher so: Das Leben ist eines der schwersten und endet meistens tödlich. Zu solcher Weisheit gibt es viele Varianten, zum Beispiel diese: Umsonst ist der Tod, aber der kostet das Leben. Man möge Humoranfälle bei einem so schwerwiegenden Thema entschuldigen, aber die im Berliner Gesundheitsbericht bekannt gegebenen Neuigkeiten lassen nun wirklich aufjauchzen, besonders uns Männer. Nun haben wir es schriftlich: Wir leben länger. Die Frauen, noch immer an der Spitze, haben mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81,1 Jahren im letzten Jahrzehnt 2,9 Jahre gewonnen. Bei den Männern aber, mit 75,6 Jahren, sind sogar vier Jahre gewonnen. „Berlin tut gut“, wurde im Westen der Stadt vor knapp zwei Jahrzehnten offiziell geworben. Sollte man den Spruch wiederbeleben, da er nichts als die Wahrheit beschrieb? Freilich, bei längerem Grübeln und genauerem Lesen wird man unsicher. Einige Jahre sind gewonnen, aber im Bundesschnitt bleibt die Hauptstadt überduchschnittlich riskant. Und werden nicht Rentenexperten argumentieren, nun könne die Lebensarbeitszeit ohne Weiteres um 2,9 und vier Jahre verlängert werden? Womit bewiesen wäre: Das Leben ist eines der schwersten…

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