Berlin : Reihenweise Firmengründer betrogen

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Ein Nebenjob bei einer privaten Datenbank sollte ihre finanziellen Probleme lösen. Am Ende aber sah die 50jährige Renate L. nicht einen Euro und landete gestern obendrein wegen Betruges vor dem Berliner Landgericht. Hintergrund waren Briefe an 84 Unternehmen, die kurz zuvor eine Eintragung im Handelsregister hatten vornehmen lassen. Die von Renate L. unterzeichneten Schreiben erweckten den Eindruck einer amtlichen Rechnung für diese Registrierung. 25 Firmengründer zahlten tatsächlich Beträge zwischen 96 und 678 Euro.

„Ich kann zu den Briefen nicht viel sagen“, beteuerte die gelernte Altenpflegerin vor den Richtern. Sie habe für einen Geschäftsmann lediglich Botendienste übernommen und „ab und zu im Treppenhaus mal was unterschrieben“. In den Dokumenten seien ihr Begriffe wie „Körperschaft“ und „Finanzamt“ aufgefallen. Durchschaut aber habe sie diese Dinge ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie von einem mehrfach vorbestraften Betrüger als Geschäftsführerin eingesetzt und so als Strohfrau vorgeschoben worden war. „Ich habe immer gehofft, dass alles rechtmäßig ist“, schluchzte die Angeklagte.

Die Frau aus Steglitz hatte den Drahtzieher des Schwindels in einer Spielhalle kennen gelernt, in der sie als Aufsicht beschäftigt war. Mit „Schmeicheleien“ und Versprechungen habe er ihr die Nebentätigkeit schmackhaft gemacht, sagte Renate L. im Prozess. Wenn sie später etwas unterschreiben sollte, sei er immer sehr in Eile gewesen. Der Mann ist bereits zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Seine Strohfrau kam wegen Beihilfe zum Betrug und zum versuchten Betrug mit einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten davon. K. G.

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