Berlin : Reinen Wein eingeschenkt

Fachleute luden zur Messe ins Rathaus Schöneberg. Dort erfuhren die Besucher alles über Rebsorten, Schnaps und Essig

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Je schlechter das Wetter, desto besser besucht die Berliner Weinmesse. Am Freitag waren nach Schätzungen der Geschäftsführerin Christina Baum bereits über 4000 Gäste ins Rathaus Schöneberg gekommen, um zu probieren, zu vergleichen und zu fachsimpeln, am Sonnabend entwickelte sich der Andrang eher stärker – ein neuer Rekord ist absehbar.

Und auch die Aussteller, die manchmal in den Besucherfluten dieser beliebten Publikumsmesse zu versinken drohen, waren zur Halbzeit sehr zufrieden. Gerhard Elze von der Österreichischen Weinmarketing, die wie stets einen eigenen Raum für ihre Winzer reserviert hat, äußerte sich lobend über das interessierte und sachkundige Publikum, das auch Frank Straka von der renommierten Schnapsbrennerei Heinz&Vallendar „sehr angenehm“ nannte. Bei einigen Neulingen auf der Messe herrschte dagegen noch Skepsis. Evelyn Wenderoth, die Weine aus Missouri, Michigan und Ontario vertreibt, bemängelte, dass die meisten Interessenten nur nach Weinen unter zehn Euro gefragt hätten – die aber hat sie gar nicht im Angebot. Ständig beim Erklären und Entkorken war Erwin Gegenbauer, der mit seinem Stand eine rare Marktnische besetzt: Er ist Chef der „Wiener Essigbrauerei“, die eine Reihe rarer Essigspezialitäten anbietet. Dass diese Art Essig auch bei feinem Essen besondere Akzente setzen kann, bewies FirstFloor-Küchenchef Matthias Buchholz am Freitag auf einer Küchengala im Logenhaus.

Als erfolgreich erwies sich das neue Prämierungskonzept unter dem Patronat des Amts für Wein und Rebe in Paris (OIV). Es lohnt sich, an den Ständen nach den international anerkannten Urkunden „Berliner Gold“ und „Berliner Silber“ Ausschau zu halten, denn die betreffenden Weine haben bei einer fachkundigen Jury großen Anklang gefunden. Die Weinmesse im Rathaus Schöneberg ist noch am heutigen Sonntag von 14 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 10 Euro. bm

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