Reinhard S. : Prozess gegen Schönheitschirurg geplatzt

Der Prozess gegen den Schönheitschirurgen Reinhard S. wegen Körperverletzung mit Todesfolge ist im ersten Anlauf geplatzt. Nach einem Verteidigerwechsel sei eine Fortsetzung der bereits seit mehr als vier Monaten laufenden Verhandlung nicht praktikabel, erklärten die Richter am Montag.

BerlinDer Fall werde aber „möglichst schnell“ neu aufgerollt. Nach Angaben von Prozessbeteiligten könnte dies bereits Anfang Mai geschehen.

Der Charlottenburger Schönheitschirurg muss sich für den Tod einer 49-jährigen Patientin nach einer ambulanten Operation verantworten. Die Anklage geht von fehlerhafter Behandlung aus. Der Arzt habe bei dem Eingriff im März 2006 bei einer rückenmarksnahen Betäubung keinen Anästhesisten hinzugezogen. Als es zu einem Herz-Kreislauf-Zusammenbruch kam, konnte er die Patientin zwar reanimieren. Er habe sie aber trotz der Komplikationen zunächst in seiner Tagesklinik liegen lassen und erst sechseinhalb Stunden später den Transport in ein Krankenhaus veranlasst. Der 58-jährige Chirurg hatte im Prozess strafbares Verhalten zurückgewiesen und Vorwürfe gegen Ärzte jener Klinik erhoben, in der seine Patientin zwölf Tage nach der Bauchstraffung gestorben war. Im März hatte sein damaliger Anwalt das Mandat niedergelegt und begründet, das Vertrauensverhältnis sei zerrüttet. K. G.

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