Reinickendorf : Kita in Waidmannslust wegen Schimmels vor der Schließung

Die Eltern wissen nicht, wie es ab April mit der Betreuung ihrer Kinder weiter geht.

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Die Eltern der Kita Waldhörnchen in Waidmannslust sind verzweifelt: Sie wissen nicht, wie es mit der Betreuung ihrer Kinder ab April weitergeht und ob sie dann überhaupt einen Kitaplatz haben. Zum 31. März hat der Träger, die Fröbel-Gruppe Berlin, die Betreuungsverträge für die zwanzig Kinder gekündigt. Der Grund: Für die Kita gibt es derzeit keine geeigneten Räume und die bisherige Unterbringung kann wegen Schimmelbefalls nicht mehr genutzt werden. „Wir haben vorsorglich gekündigt, damit sich die Eltern rechtzeitig ans Jugendamt wenden können, um einen neuen Platz zu finden“, sagte eine Sprecherin der Fröbel-Gruppe. Gleichzeitig bemühe sich der Träger aber, doch noch eine Lösung zu finden. „Wir suchen händeringend und gehen jedem Hinweis nach“, so die Sprecherin.

Im November letzten Jahres mussten die „Waldhörnchen“ aus ihrem angestammten Quartier, einer Wohnung in der Waldhornstraße, ausziehen. Ein Gutachten hatte ergeben, dass die 4-Zimmer-Wohnung, die sich über den Keller und das Erdgeschoss erstreckt, nach einem Wasserschaden stark mit Schimmelsporen und Bakterien belastet ist, die toxische Stoffe produzieren können. Der Vermieter habe sich jedoch nicht ausreichend um die Beseitigung des Schimmels gekümmert, sagte eine Fröbel-Sprecherin. Ein zweites Gutachten vom Februar 2013, das der Kita-Träger in Auftrag gegeben hatte und das dem Tagesspiegel vorliegt, bestätigte das Ergebnis. „Wir mussten ausziehen, in die Zimmer durften keine Kinder mehr rein“, so die Sprecherin. Der Vermieter zweifele das Gutachten an. Die Fröbel-Gruppe fand ein Ausweichquartier im Tegeler Forst, doch auch dort muss die Kita Ende März raus, weil das Haus eigentlich für Jugendfreizeiten gedacht und ausgebucht ist.

„Einige Eltern sind aufgelöst, weil sie nicht mehr weiterwissen“, sagt Stefanie Beck, deren vierjährige Tochter in die Kita geht. „Wir wollen, dass die Gruppe mit ihren Erziehern zusammenbleibt.“ Bisher seien den Eltern, wenn überhaupt, nur Einzelplätze in verschiedenen Kitas angeboten worden. Der Reinickendorfer Jugendstadtrat Andreas Höhne (SPD) kann den „Waldhörnchen“ kaum Hoffnung machen. „Wir haben derzeit keine verfügbaren Räume.“ Sylvia Vogt

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